Karte von Konstantinopel

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© Staatliche Bibliothek, Passau

Objekttyp Druckgraphik
TechnikKupferstich
MaterialSchwarze Tinte, Papier
Standort Staatliche Bibliothek, Passau
InventarnummerSnv/Mc (b) 84
Künstler/WerkstattUnbekannt
VerlegerPeter Conrad Monath, gest. 1747
HerstellungsortNürnberg
Datierung1723
BeschreibungDer Kupferstich zeigt die Stadt Konstantinopel mit ihrer geographischen Umgebung. Er wurde wahrscheinlich nach einem Vorbild des berühmten kaiserlichen Kartenstechers Johann Baptist Homann (1664-1724) angefertigt.[...]
Maßeca. 185 x 310 mm (Platte)
DokumentationN.N., Plan von Konstantinopel und dessen herumliegender Gegend, in: Cornelius von den Driesch, Historische Nachricht von der Röm. Kayserl. Groß-Botschafft nach Constantinopel, welche auf allergnädigsten Befehl sr. Röm. Kayserlichen und Catholischen Majestät Carl des Sechsten / nach glücklich vollendeten zweyjährigen krieg, Der Hoch- und Wohlgebohrne des H. R. Reichs Graf Damian Hugo von Virmondt rühmlichst verrichtet [...], Nürnberg 1723, unpag.
DatenerfassungDandachi, Laila
Lizenz auf diesen DatensatzCreative Commons BY 4.0
ZitierhinweisKarte von Konstantinopel,bearb. von Laila Dandachi, Datenmodellierung: Jakob Sonnberger, in: Die Großbotschaften Damian Hugo von Virmonts und Ibrahim Paschas (1719/20), hg. von Arno Strohmeyer und Stephan Kurz (Digitale Edition von Quellen zur habsburgisch-osmanischen Diplomatie 1500-1918, hg. von Arno Strohmeyer, Projekt 1), Wien 2022
Online unter: https://qhod.net/o:vipa.img.hbg.20
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Über das Werk

Von Laila Dandachi

Diese Karte im Reisebericht von Driesch [1] bildet nicht nur geographische Gegebenheiten ab, sondern auch Benennungen von historischen Gebäuden, Amtsgebäuden und Palästen bzw. Häusern des Sultans und seiner hohen Würdenträger. Einige der Orte, Paläste, Kanäle und Landteile beschreibt oder kommentierte Driesch in seinem Reisebericht ausführlicher. [2]

Wenn man die Karte mit den zeitgenössischen Landkarten Konstantinopels und der Umgebung vergleicht, lassen sich einige kartographische Ungenauigkeiten erkennen: Beispielsweise zeigt der angesehene kaiserliche Kartenstecher Johann Baptist Homann (1664–1724) eine sehr genaue Darstellung mit den umliegenden Meeresengen, Kanälen und Halbinseln. [3] Der in Nürnberg geborene Johann Baptist gründete 1702 die Landkartensammlung Homanns und widmete 1716 sein Hauptwerk der „Große Atlas über die ganze Welt“ [4] mit 122 Karten Kaiser Karl VI., der ihn ein Jahr zuvor zum kaiserlichen Hofgeographen ernannt hatte. Die vereinheitlichten Kartenformate dieses Verlages konnten mühelos zu Atlanten zusammengebunden werden und stellten aufgrund ihres niedrigen Preises für die bis dahin markführenden niederländischen Verlage eine bedeutende Konkurrenz dar. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts konnte das Homann’sche Verlagsunternehmen seine Vorreiterrolle in Mitteleuropa verteidigen. [5] Da die selbständige Herstellung von Kartenmaterial für nicht spezialisierte Verlage sehr aufwendig war, wurden zunächst Kopien von bereits herausgegebenen Karten angefertigt, bevor sie anschließend in Kupferstiche übertragen wurden. [6]

Eine weitere Erklärung für die kartographische Darstellung könnte der Tatsache geschuldet sein, dass Driesch die bei Homann dokumentierten geographischen Informationen mit seinen Reisedestinationen abglich: Die angegebenen Paläste der osmanischen Würdenträger entlang des Schwarzen Kanals werden in einer Linie horizontal angeordnet, was in dieser Form einem Itinerar gleicht. [7]