Bildnis des Damian Hugo von Virmont

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© Österreichische Nationalbibliothek

Objekttyp Druckgraphik
TechnikKupferstich
MaterialSchwarze Tinte, Papier
Standort Österreichische Nationalbibliothek
InventarnummerPORT0010539901 POR MAG
Künstler/WerkstattMartin Bernigeroth (Stecher), 1670-1733
VerlegerPhilip Balthasar Sinold von Schütz, 1657-1742
HerstellungsortLeipzig
Datierung1718
BeschreibungDer Kupferstecher bediente sich wahrscheinlich der Vorlage eines Gemäldes von Sebastiano Bombelli (1635-1719), das sich heute in Schloss Herrenstein befindet. Der Großbotschafter ist hier als Feldherr dargestellt.[...]
Maßeca. 145 x 95 mm (Platte)
DokumentationMartin BERNIGEROTH, Frontispiz mit Aufschrift: „Damian Hugo Reichsgraf von Virmond. Kaiserl. Maj. Geheimrat und Plenipontentarius bey den Friedenskongress zu Passarowitz, in: Philip Balthasar Sinold von Schütz, Hg., Die europäische Fama, welche den gegenwärtigen Zustand der vornehmsten Höfe entdecket, Bd. 218, Leipzig 1718, unpag.
DatenerfassungDandachi, Laila
Lizenz auf diesen DatensatzCreative Commons BY 4.0
ZitierhinweisBildnis des Damian Hugo von Virmont,bearb. von Laila Dandachi, Datenmodellierung: Jakob Sonnberger, in: Die Großbotschaften Damian Hugo von Virmonts und Ibrahim Paschas (1719/20), hg. von Arno Strohmeyer und Stephan Kurz (Digitale Edition von Quellen zur habsburgisch-osmanischen Diplomatie 1500-1918, hg. von Arno Strohmeyer, Projekt 1), Wien 2022
Online unter: https://qhod.net/o:vipa.img.hbg.14
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Über das Werk

Von Laila Dandachi

Die Porträtbüste des kaiserlichen Großbotschafters Virmont wurde als Frontispiz für die 218. Ausgabe eines politischen Journals verwendet, das von dem adeligen Schriftsteller Sinold von Schütz (1657–1742) herausgegeben wurde. [1] Der Zeichner und Kupferstecher Martin Bernigeroth (1670–1733) stammte aus eher ärmlichen Verhältnissen und wurde nach seiner Ankunft in Leipzig um 1685 von dem Maler und Kupferätzer Erasmus Andersohn aufgenommen. Bereits um 1707 wurde er zum kurfürstlich-sächsischen Kupferstecher befördert und erlangte als Begründer einer produktiven Werkstatt einen hohen Bekanntheitsgrad im Adel und Großbürgertum. Er zeichnete sich einerseits durch seine technische Präzision und andererseits durch seine malerischen bzw. graphischen Kenntnisse aus. Die wichtigste Leistung Martin Bernigeroths lag in der Herausgabe zahlreicher Porträtstiche, für deren Ausfertigung er die damals schon zahlreich vorhandenen Gemälde und Stiche als Vorlagen verwendete. Die Entwicklung Leipzigs zu einem der bedeutendsten Buchhandelszentren im deutschsprachigen Raum ermöglichte die Publikation seiner Stiche in fast allen europäischen Kupferstich- und Buchsammlungen aus dem 18. Jahrhundert. Die nach seinem Tod von seinen Söhnen betriebene Werkstatt Bernigeroth brachte bis um 1760 die sehr hohe Anzahl von 1700 Stichen heraus. [2]

Martin Bernigeroth stellt in diesem Bildnis, das wahrscheinlich ein Gemälde von Sebastiano Bombelli (vgl. Porträtbüste des Damian Hugo von Virmont) zum Vorbild hat, den Großbotschafter Virmont als Feldherrn dar, der ein Halstuch, einen Kürass und einen mit Pantherfell gefütterten Feldherrenmantel trägt. Der Bildtypus des Feldherrn wurde auch bei Prinz Eugen von Savoyen (vgl. Porträt des Prinzen Eugen) angewendet.