Porträt Kaiser Karls VI.

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© Österreichische Nationalbibliothek

Objekttyp Druckgraphik
TechnikKupferstich
MaterialSchwarze Tinte, Papier
Standort Österreichische Nationalbibliothek
InventarnummerPORT0004719101 POR MAG
Künstler/WerkstattAndreas Nunzer (Stecher), 1696–1754
VerlegerPeter Conrad Monath, gest.1747
HerstellungsortNürnberg
Datierung1723
BeschreibungDer von Andreas Nunzer angefertigte Kupferstich in der ÖNB wurde in dem von Driesch veröffentlichten Reisebericht über Virmonts Gesandtschaftsreise nach Konstantinopel verwendet. Dieses Bild entspricht dem Typus des neuen Staatsporträts, das den Kaiser mit seinen Kronen und Reichsinsignien zeigt.[...]
Maßeca. 195 x 135 mm (Platte)
Siehe auchPorträt der Kaiserin Elisabeth Christina
DokumentationAndreas NUNZER, Carolus VI. Romanorum Imperator, in: Cornelius von den Driesch, Historische Nachricht von der Röm. Kayserl. Groß-Botschafft nach Constantinopel, welche auf allergnädigsten Befehl sr. Röm. Kayserlichen und Catholischen Majestät Carl des Sechsten / nach glücklich vollendeten zweyjährigen krieg, Der Hoch- und Wohlgebohrne des H. R. Reichs Graf Damian Hugo von Virmondt rühmlichst verrichtet [...], Nürnberg 1723, unpag.
DatenerfassungDandachi, Laila
Lizenz auf diesen DatensatzCreative Commons BY 4.0
ZitierhinweisPorträt Kaiser Karls VI.,bearb. von Laila Dandachi, Datenmodellierung: Jakob Sonnberger, in: Die Großbotschaften Damian Hugo von Virmonts und Ibrahim Paschas (1719/20), hg. von Arno Strohmeyer und Stephan Kurz (Digitale Edition von Quellen zur habsburgisch-osmanischen Diplomatie 1500-1918, hg. von Arno Strohmeyer, Projekt 1), Wien 2022
Online unter: https://qhod.net/o:vipa.img.hbg.11
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Über das Werk

Von Laila Dandachi

Der Nürnberger Kupferstecher Andreas Nunzer arbeitete als Porträtstecher für ausländische Kunden und Verleger. Seine bekanntesten Stiche sind im Medaillenwerk des Carl Gustav Haereus wiedergegeben. [1] Andreas Nunzers Stich im Reisebericht von Driesch [2] entspricht dem von Conrad Peter Monath aufgelegten Einblattdruck in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien und beruht wahrscheinlich auf einer zeichnerischen Vorlage von Paul Decker dem Jüngerem, der auch eine Vorzeichnung für den Titelkupfer von Johann Adam Delsenbach vorbereitete. [3]

Da sich die kunsthistorische Forschung über das Kaiserporträt Karls VI. noch in ihren Anfängen befindet, wird hier nur auf die wichtigsten Elemente in dem von Andreas Nunzer (1696–1754) gestochenem Bildnis eingegangen. [4]

Erst nach 1703 lässt sich eine größere Anzahl von kaiserlichen Porträts nachweisen, nachdem Erzherzog Karl zum Nachfolger des spanischen Königs Karl II. ausgerufen worden war. Darüber hinaus entstanden nach seiner Verlobung mit Elisabeth Christina von Braunschweig-Wolfenbüttel Porträts. Ab 1711 begegnet man einer neuen Form des Staatsporträts, das den Kaiser neben einer oder allen vier Kronen auf dem Insignientisch zeigt: Diese Porträts sollen die neue Dimension der kaiserlichen Macht veranschaulichen, nachdem er nach dem Tod seines Bruders die ungarische und böhmische Krone erhalten hatte. [5] Auch der hier vorliegende Kupferstich von Andreas Nunzer zeigt den Kaiser im Typus des traditionellen Staatsporträts, der, unter einem Baldachin stehend, in einem prunkvollen Mantelkleid mit einem ausladenden Federhut dargestellt ist. Auf dem Tisch befinden sich das Szepter, der Reichsapfel und die habsburgische Mitrenkrone. In derselben Pose hat ihn auch der Kammermaler des Kaisers Johann Gottfried Auerbach (1687–1743) dargestellt: Auch hier trägt der Kaiser einen mit roten Federn geschmückten Hut sowie ein schwarzes Kostüm, bestehend aus spanischem Mantelkleid, knielanger Hose und Umhang. Während er auf beiden Bildern seine linke Hand knapp oberhalb des kaum aus dem Mantelkleid hervortretenden Degens ablegt, hält er das Szepter nur auf dem Gemälde selbst in der Hand. [6] Das mit Silber- und Goldbrokat gefertigte Kostüm – wie auf dem Stich von Andreas Nunzer – kommt auf einem anderen Gemälde eines unbekannten Künstlers vor, das ein halbfiguriges Porträt des Kaisers wiedergibt. Diese prunkvolle Version des Kostüms trug der Kaiser nur bei besonderen Anlässen. [7]