<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:rdfs="http://www.w3.org/2000/01/rdf-schema#" xmlns:owl="http://www.w3.org/2002/07/owl#" xmlns:skos="https://gams.uni-graz.at/skos/scheme/o:oth/#" xmlns:t="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:gams="https://gams.uni-graz.at/o:gams-ontology#" xmlns:qhod="https://gams.uni-graz.at/o:qhod.ontology#"><qhod:Source rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000827"><gams:isMemberOfCollection rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/context:owip" /><qhod:subProject xml:lang="de">Die Großbotschaften Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallersteins und Elçi İbrahim Paşas (1699–1701)</qhod:subProject><qhod:title xml:lang="de">Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallerstein an Kaiser Leopold I., Pera, 27. August 1700</qhod:title><qhod:title xml:lang="en">Wolfgang IV zu Oettingen-Wallerstein to emperor Leopold I, Pera, August 27, 1700</qhod:title><qhod:title xml:lang="tr" /><qhod:creator>Wolfgang IV. Oettingen-Wallerstein</qhod:creator><qhod:language>de</qhod:language><qhod:date>1700-08-27</qhod:date><qhod:type xml:lang="de">Brief</qhod:type><qhod:type xml:lang="en">letter</qhod:type></qhod:Source><qhod:Text rdf:about="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000827#p.1"><gams:text>Ob ich zwahr nicht anderst vermeinet, alß mein den 22. dieses an euer kay. May. allerunderthänigst erlassenes berichtschreiben, werdte selben tag mit deme von der Porten nacher Wienn abzuschi- khen vorgehabten courrier ohnfehlbahr abgegangen seyn, so habe ich doch vorgestern den 25. darauff vernohmen, daß selber courrier, ohnwissendt aus was ursachen, biß dato noch zuruckh gehalten wordten, undt erst anheuth (wann dieses noch gewiss) ablauffen werdte, derentwegen dann nicht underlassen khan, damit gehorsambst zu berichten, daß, ob ich dahmahls auch verhoffet, ehister tägen darauff gelegenheit zu haben, mit dem groß ve- sier in seinen gartten hauß zusamben zu khommen, undt mit demselben nicht nur allein wegen des patriarchen, sondern auch wegen der von mir schrifftlich übergebenen puncten außführlich zu reden, undt in jenem ein temperament, in diesen aber eine willfährige resolution zu erlangen. So bin ich doch von einen tag zum andern umbgeführet, undt vergebens vertröstet wordten, biß inmittelst der Lakowiz am vergangenen Erch- tag erkranckhet, undt ich niemandt gehabt, zu der Porten zu schickhen. Indeme der junge Mammuca, der zwahr an sich selbst ein guetter, frommer, undt williger mensch, zu führung, oder sollicitirung eines negotii vill zu schwach, der sprachknab Canti auch, seith seiner zuruckhkhunfft aus Sibenbürgen, dahin er die erlöste gefangene geführet, auch gahr übel disponiret. Alßo, daß er nicht einmahl sich aus dem bett begeben khan. Dero- selben ich endtlichen benöthiget wordten, vergangene Mittwoch einen meiner eigenen leuthen zu dem Mauro Cordato zu schickhen, die verlangt undt verhoffte underredung mit dem ve- sier zu erhalten, durch welchen er mir ein wunderliches compli- ment machen lassen, nemblichen, daß er vesier anjezo be- schäfftiget, undt in werckh begriffen, mir inner kurtzen zeith ein banquet zum congedo, erant formalia, machen zu lassen. Daselbsten ich gelegenheit haben werdte, mich mit ihme in ein absonderliches zimmer zu retiriren, undt in ein undt andern mit demselben zu underreden. Worbey er mir auch dieses zur vorlauffigen nachricht wissen lassen, daß ich mich auff meine abrays anschickhen, undt mit einpackhung meiner sachen allgemach ferttig machen solle, dann man gehe ihrer seiths mit denen gedanckhen umb, ihren pottschaffter zu Wienn, zu avociren, undt selben anzubefehlen, sich von euer kay. May. zu beurlauben, damit ich alß- dann, undt wann ein gleiches bey allhiesigen gros herrn zu thuen, von euer kay. May. mir allergnädigst anbefohlen anbefohlen, auch der hiesigen Porten von daselbstigen pottschaff- ter der tag seines auffbruchs von dahr, notificiret werden dörffte, völlig reyßferttig, undt in gutter ordtnung seyn, mithin khein obstaculum haben möge, mich noch lang allhier auffzuhalten. Ich lise ihme den andern tag andtwortten, daß mir diese post, oder compliment etwas frembdt vorkhommen, daß, nachdeme er mich schon mehr alß 8 tag von einem zu dem andern vertrösten, undt so gahr schon den vergangenen Erchtag benennen, auch die anzahl der leuthen anzeigen lassen, wie vill ich derselben mitnehmen khönne, (damit ich nicht gahr zu publique, noch allzu privat erscheine) zu dem herrn ve- sier khommen, undt bey ihme mein ansuchen sowohl wegen deß patriarchen, alß auch wegen meiner schrifftlich überge- benen puncten persöhnlich thuen zu khönnen, solches jezt auff ein banchetto die congedo außgestellet werden wolle, woraus fast erscheine, alß wann man mich darmit biß zur abrayß, undt biß auff die lezte stundt derselben abhalten wolle, umb alßdann dargegen kheine instantias mehr ma- chen zu khönnen. Ich bedanckhte mich wegen der nachricht von dem, was sie mit ihrer pottschafft vorhaben. Ich meines orths werdte alle mahl auff die stundt abzurayßen pa- rat seyn, welche euer kay. May., mein allergnädigster kayßer undt herr mir anbefehlen werdten. Allein sorge ich, sie werdten mich von hier eher nicht abfordern, biß sie nicht nachricht von mir haben, daß meine allhier gethane an- bringen nach dero kay. hohen würdte, undt nach der auff die in den fridens schluss fundirte intention willfährig resolvirt wordten, welches auch die ursach seye, daß ich bißhehro ver- schidentlich verlanget, den herrn vesier zu sehen, mit ihm zu reden, undt ein undt anderes zu dessen befürderung vorstellen zu khönnen, wie dann solche willfährigkheit mir das liebste tractament, undt die größte ehre seyn werdte, so man mir allhier erweißen khönne. Ich verlangte mit dergleichen khöstli- chen tractament kheine ohngelegenheit zu machen, noch be- schwähret zu seyn, würdte sich auch von der weldt nicht wohl schickhen, undt weder hiesigen hoff, noch forderist euer kay. May. reputierlich seyn, einen abschiedt zu nehmen, oder be- urlaubet zu werdten, ehe ich auff einige gethane anbringen einmahl die geringste andtwortt, oder resolution erhalten hette. Ersuchete ihn alßo noch einmahl, zu machen, daß ich mit dem herrn vesier selbst reden khönne, oder meine anbringen alßo förderlich resolviret werden, damit euer kay. kay. May. allergnädigst erkhennen mögen, daß der effectus deß in dem fridens schluss gethanen versprechen mit den wortten überein khommen, undt alßo meine abrayß umb so vill weniger gehindert werde. Er erbotte mir darauff, daß er es heuth dem vesier hinderbringen, undt die andtwortt darauff mir wieder wissen lassen wolle, so auch folgender gestallten geschehen, daß er nemblichen mit demselben geredet, undt das jenige, was ihme gestern sagen lassen, hinderbracht, der mir zu wissen thue, daß wann nicht etwas sonderbahres verhinderlich vorfalle, er mich khünfftigen Erchtag den 31. dieses in seinem gartten gegen den süessen wasser bey Eiupp zu sehen verhoffe, dahin ich nach belieben all' incognito, nach vormahliger abredt mit ohngefehr 20 persohnen khommen khönne, er Mauro Cordato aber wolle mir vorhehr zu wissen thuen, ob es noch dabey bleibe. Welches nuhn zu erwartten stehet, undt ob es nicht wider ein auffzug, undt zeith gewinnung. Inmittelst habe ich meine underthänigsten schuldigkheit erachtet, euer kay. May. hievon allergehorsambst parte zu geben, damit sie nach ihren hocherleuchten gutt befindten, undt convenienz, wann daselbstiger pottschaffter dergleichen bey deroselben vor- undt anbringen wirdt, sich darnach gegen ihme desto leichter resol- viren undt nicht auch allergnädigst beorderen mögen. Ich bin allerunder- thänigst bereith, meines theillß dem Mauro Cordato endt- bottener massen nach, alle stundt von hier auffzubrechen, undt abzurayßen, wann es euer kay. May. allergnädigst befehlen werdten. Allein wirdt vor allen nothwendig seyn, daß die von mir übergebene puncta vorhehr, so vill möglich, zu dero allergnädigsten satisfaction resolviret, undt erledi- get, undt ich nicht, wie der pohlnische pottschaffter mit lähren wortten, weillen sie mit ihme den anfang solcher gestallten schon gemachet, abgeferttiget, undt abgewisen werdte, darzu sie allhier grob genug seindt. Wie ich aber den 22. dieses in underthänigkheit besorget, so förchte ich annoch, sie werden selbe drey puncta völlig verwerffen, undt mir solche zu se- pariren aufferlegen, da ich dann in der wahrheit nicht weiß, wie ich ihnen werdte begegnen khönnen. Bin auch in specie nicht weni- ger in sorgen wegen der kirchen in Scio, weillen der Mauro Cor- dato so wohl alß der muffti sehr darwider, ob jener schon guette wortt gibet, darauff sich aber nicht zu verlassen, dann der selbe es nicht nur alß ein griech zu hinderen suchet, sondern wann er auch bessere intention hette, auß forcht dieses undt deß effendi (der in glaubens sach auch sehr, undt eben so so eyffrig, undt eigensinnig, alß der muffti nimmer) nichts gegen sie zu seyn, geschweigens zu thuen, getrauet. Ich underlasse nicht, so baldt die underredung mit dem vesier vorbey, von allen undt nach beschaffenheit der umbständten, wann sich kheine baldi- ge sichere gelegenheit eraignet, durch einen aigenen courrier allerunderthänigst nachricht zu geben, damit alles di concerto gehe. Sorge aber, wann ich betrachte (wann gleich alles allhier nach wuntsch resolviret würdte) daß dieser courrier vor 15 oder 16 tag nicht nacher Wienn khommen, undt wider so vill zeith zuruckh brauchen, vermuthlich auch vor 8. oder 14. daselbsten nicht wider ex- pediret werden wirdt, daß ich vor der helffte, oder näher gegen dem endte deß Oktober nicht wohl werdte von hier auffbrechen khön- nen, biß dahin sich auch die hiesige überaus große hitz brechen, einmahl wider regnen, undt es leichter zu rayßen seyn, auch die kranckhheiten under weegs nachlassen werdten. Inmittelst er- wartte in underthänigkheit den dahin geschickhten courrier täglich zuruckh, undt bitte auch auff diese beyde meine leztern, nicht weniger, alß die mittler zeith deß abgeschickhten courrier allerunderthänigst weithers abgelassene bericht, umb die darauff benöthigte allergnädigste resolutiones, undt verhalte hiermit nicht, daß ich dato mit denen gefangenen noch nicht zu recht khommen khan, sondern, daß deren abschickhung abermahl, dem vorgeben nach, wegen deß vor 3 tägen gantz ohnvorgesehen abgesezten teffterdar, oder cammer praesidenten, undt in instanti eingesezten andern neuen verschoben wordten, alldieweillen derentwegen die darzu benöthigte expeditiones de novo umbgeschriben, undt ex- pediret werden müessen. Werdte aber vertröstet, daß es neg- ste wochen gewiss geschehen solle. Stehet alßo auch dieses zu er- wartten. Ich bin eben under leuthen, die à graeca fide regiret, undt von denenselben instruiret werden, undt ist mir leydt, daß derentwegen euer kay. May. in kheiner sach nichts verlässliches berichten khan. Empfehle mich anbey zu be- harrlichen kay. hudlten, undt gnaden allerunderthänigst ge- horsambst.</gams:text><qhod:isPartOf rdf:resource="https://gams.uni-graz.at/o:owip.l.hbg.17000827" /></qhod:Text></rdf:RDF>