Allerdurchleuchtigster großmächtigster und
unüberwündlichster römischer kayser,
auch zu Hungarn und Böhaimb könig etc.
Allergnädigster kayßer, könig und herr etc.
Von euer kay. May. habe ich durch drey nach undt
nach mir zugeschikhte courriers vier allergnädigste
befehlschreiben, mit dero kay. handt
unterzeichnet,
und eines von dero löbl. hoff kriegß rath außgefert-
tigter, de datis siben und zwainzigst- und dreyssigsten
Octobris, dann de viert-, fünft- undt zehenten Novembris,
mit allerunterthänigsten respect, sambt ihren
bey-
schlüssen erhalten, hauptsächlich betreff des
graffen Mar-
sigli obhabende gränitz scheidungs
commihsion, dann die
außwechßlung deren beyden kay. kay.
pottschafften, und
leztlichen die einrichtung deß ceremonial so
wohl bey
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solcher außwechßlung, alß bey khünfftigen
einzug an beyde
höffen und sonsten. So vill nuhn daß erste
belanget, da weiß ich dermahlen in sachen
nichts vor
zunehmen, sondern halte ohnfürgreifflich
darfür, nöttig
zu seyn, so lang mit euer kay. May. allergnädigsten
verordtnung innen zu halten, biß sich ergebe,
undt
von euer kay. May. noch weither berichtet werde, wie
sich solche gränitz scheidung, auff der
gewesten türkhischen
gesandten so wohl, alß der beyden mediatoren, anerbottene
vertröstung anlasse. Nach welchen alß dann
nach deren
umbstandt dero allergnädigster befehl
allerunterthänigst
vollzogen werden khan, undt solle.
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So vill die andere beyde puncta belanget, da
habe ich von
dem graff
Guido von Stahrnberg, undt general de
Nehem
davon der erste gestern, und der leztere vorgestern bey
mir allhier gewesen, vernohmen, waß euer kay. May.
ihnen derentwegen ahn- undt welchergestalten
sie mir
davon communication thuen sollen,
allergnädigst befohlen,
da ist es nuhn an deme, daß man dato noch
kheine nach-
richt hat, wo, ob, und wan die türkhische pottschafft zu Belgrad
ankhommen, oder ob sie selbe statt nicht gahr
fürbey gehen
möchten, umb ausser derselben zu campiren,
damit
sie kheine krankhheit mit dahin bringen, oder
doch daß
jenige, was davon darinnen gewesen, nicht
wider
- 51v -
ernärren, oder vermehren, bey welcher
beschaffenheit
und vor deren dahinkhunfft schwärlich etwas
verlässliches
wegen solches ceremonial wirdt abgeredet,
concertiret
oder verglichen werdten, nichts desto weniger
seyndt sie
beyde generales gesinnet, und entschlossen, bey ihrer
zusammenkhunft zu Peterwaradein, welche vermuthlich
diesen vormittag geschehen seyn wirdt, einen
aigenen
officier nacher Belgrad zu schikhen, dem seraskier oder
bahsa daselbsten sein des graffens ankhunft zu notificiren,
und eine conferenz bey Slankement über ein- undt
anders zu veranlassen. Und dieses umb so vill
desto mehr
willen, wie euer kay. May. auß der beylag allergnädigst [1]
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zu ersehen belieben, er seraskier einen aigenen capigi
bahsa, der auch allschon undterweegß,
zu mir allhero
schikhen wollen, sich in ein- und anderen zu
befragen, den-
selben damit zuruckh zu halten, daß er nicht
in das landt
khomme, seine anfragen auch alldan zu
vergleichen, mithin
selbe zu beantwortten. Von all welchem erfolg
undt so
baldt mir die gesandtschafft (welche, wie vorgegeben wirdt,
darumben so lang außbleiben solle, weillen sie
einen
weithen weeg, die inficiert geweste orth
umbzuraysen,
genohmen hetten) dahin khommen, undt man
miteinander
zusamben getretten seyn wirdt, euer kay. May. eine
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außführliche relation erstattet werden solle.
Biß dahin
ich der mit meiner größten beschwährnuß
allbereith
vier wochen, wegen der grossen windt und nebel
in schwäh-
ren unkosten auff dem wasser lige, nicht nur
allein
meine mithabende nach Constantinopel mitzunehmen
gemachte, daselbsten nicht zu bekhommen
seyende provision,
sondern auch mein paares geldt verzehre, anbey
aber die
schöne zeith verabsaumbe, entgegen in den
harten winther
einfalle, welches, waß es mir für ein grosser
schaden,
und ohngemach verursache, euer kay. May. selbsten
allergnädigst erachten khönnen. Zumahlen, da
wann ich
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zu Wienn eher währe abgeferttiget, und nicht so lang
auffgehalten worden, ich anietzo, wo nicht
schon mit größter
gelegenheit, bestem wetter, und schönster
zeith zu Constan-
tinopel seyn, wenigst nuhn mehr zwey
monath in der
Türkhen verpflegung stehen, und alßo solches
großen un-
khosten, ohngemeldet dessen, welchen ich zu
Wien derent-
wegen auch machen müssen, überhoben worden
seyn
wurdte. Wie nuhn solche nicht zu änderen
gewest, und
langsamb von statten gegangene rayß, und
hiesiges
still ligen nicht allein mir, sondern auch
euer kay.
May. selbsten grossen unkhosten
verursachet, in deme
- 56v -
die schiffleuthe,
derselben wegen, mit dem ihnen zu
Ofen gemachten lohn nicht zu friden seyn wollen, wahr-
haftig auch darmit nicht außkhommen khönnen,
und ohne
eine ihnen zulegende addition gahr davon gehen
wollen
(wie einige würkhlich gethan) absonderlich bey
hiesigen
still ligen noch darüber das gebrauchige
wartegeldt ver-
langet, so habe ich zu verhüetung dessen, und
zu einzie-
hung solcher spesen vor einigen tagen hundert
acht
und sechtzig derselben licentyret. Sie, wie
auch die übrige,
so bey mir verbleiben, in etwaß contention,
und ihnen
daß gebrauchige warttgeldt, wie mir herr general Nehem
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berichtet (daß einem cormanno täglich vier und
zwain-
zig, und einen andern sibenzehen kreutzer
gegeben
werden) versprochen, selbst auch von deme bey
mir
seyenden cahsier
bezahlen lassen, der allerunterthänigsten
hoffnung daran nicht unrecht gethan zu haben,
undt
dises alles allein zu einziehung großer
spesen, ob
ich schon nicht weiß, wie ich khünftig in der
eylle, wan
gähling eine frost einfallen, und daß eyß
gängig
werdten solle, die schiff werde forthbringen,
undt
wohin mich retiriren khönnen. Welches alles
meiner allerunterthänigsten schuldigkeit zu
seyn
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erachtet, euer kay. May. durch disen aigenen aller-
gehorsambst zu berichten, mich zu dero kay.
hulden
und gnaden allerunterthänigst gehorsambst
empfehlendt.
Euer kay. May.
allerundterthänigst
gehorsambster
Wolff g. z. Öttingen m. p.
Valkovar, den 17. November 1699 .