„Frieden ist der Meister aller Urteile“
Die Großbotschaften von Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallerstein und Elçi İbrahim Paşa nach dem Frieden von Karlowitz (1699–1701)
Yasir Yılmaz
Übersetzung von:ChatGPT und Korrekturen und Verbesserungen von: Marcus Gründlinger
1. Einleitung
Am 26. Januar 1699 unterzeichneten Sultan Mustafa II. und Kaiser Leopold I. den Frieden von Karlowitz, der den sechzehnjährigen Krieg zwischen dem Osmanischen Reich und der Habsburgermonarchie beendete. Im 16. Artikel des Vertrages einigten sich die beiden Seiten auf den Austausch von Großbotschaftern:
Zur Festigung und Stabilisierung dieser Vereinbarung sowie zur Förderung von Frieden, Freundschaft und Zuneigung zwischen den beiden Seiten sollen Großbotschafter von beiden Seiten ernannt und entsandt werden. Bei ihrer Ankunft sollen sie geehrt, willkommen geheißen, begleitet und schließlich mit dem üblichen zeremoniellen Austausch von beiden Seiten verabschiedet werden. Als Zeichen der Freundschaft sollen Geschenke überreicht werden, die der Würde jeder Seite entsprechen, und das Datum der Abreise der Botschafter wird zwischen beiden Parteien kommuniziert. Die Großbotschafter sollen im kommenden Sommer im Juni von ihren jeweiligen Hauptstädten aufbrechen und gemäß alter Sitte an der Grenze in Syrmien ausgetauscht werden. Es soll ihnen gestattet sein, im Interesse der Freundschaft und des gegenseitigen Nutzens günstige und freundschaftliche Bedingungen in der Gastgebenden Hauptstadt vorzulegen und zu erklären.[1]
Auf osmanischer Seite wurde İbrahim Ağa als Großbotschafter ausgewählt. Im Laufe seiner Karriere hatte er bereits als Schatzmeister des ehemaligen Großwesirs Kara İbrahim Paşa, sowie als Oberzeugwart und als Oberhofmeister des Großwesirs Ali Paşa gedient. Zuletzt war er Kommandant in der osmanischen Flotte gewesen.[2] Vor seiner Entsendung nach Wien war er außerdem als osmanischer Kommissar an den Grenzmarkierungen in Karlowitz beteiligt. In dieser Funktion wurde er, zusammen mit dem habsburgischen Kommissar Graf Marsigli, einer der beiden Schöpfer der neuen Grenze zwischen den beiden Reichen.[3] Als erfahrener Diener in österreichischen Angelegenheiten ernannte der osmanische Hof İbrahim Ağa nach dem Abschluss des Karlowitzer Friedens zum Großbotschafter. Am 28. August 1699 nahm er an einer Abschiedsaudienz beim Sultan in der Nähe von Tekirdağ teil, bei der ihm der Ehrenrang des Gouverneurs von Rumelien verliehen wurde – eine übliche Praxis für osmanische Großbotschafter, die nach Wien entsandt wurden.
Zusätzlich zu den kaiserlichen Geschenken, die bereits früher vorbereitet und ihm übergeben worden waren, erhielt er das Sultansschreiben, das an Kaiser Leopold I. gerichtet war. Berichten zufolge richtete der Sultan während der Audienz folgende Worte an İbrahim Paşa: „Der persönliche Einsatz für diesen Dienst ist eine große Pflicht. Sei äußerst vorsichtig in allen Angelegenheiten, die meinem Erhabenen Staat schaden könnten. Wenn du deine Pflicht, dem Volk Gottes zu dienen, gewissenhaft und ordentlich erfüllst, wirst du reichlich mit meiner Gunst belohnt werden.“[4]Während İbrahim Paşa nach der Audienz in Tekirdağ seine Reise nach Wien antrat, begab sich der Sultan in die Hauptstadt, da es als angemessener erachtet wurde, den erwarteten habsburgischen Großbotschafter in der Hauptstadt zu empfangen.[5]
Der Habsburger Hof ernannte Graf Wolfgang IV. von Oettingen-Wallerstein, den Bevollmächtigten von Karlowitz, zum Großbotschafter. Kaiser Leopold I. hatte zunächst Graf Marsigli als ersten Bevollmächtigten in Karlowitz ins Auge gefasst, da dieser umfassende Kenntnisse über die Grenze zwischen der Habsburgermonarchie und dem Osmanischen Reich besaß; ein Umstand, der seine Ernennung zum Großbotschafter sehr wahrscheinlich gemacht hatte. Der Präsident des Hofkriegsrats, Starhemberg, widersprach jedoch seiner Ernennung. Stattdessen wurde die Aufgabe dem bereits siebzigjährigen Oettingen-Wallerstein übertragen.[6] Er hatte zuvor im Reichshofrat gedient – zu dessen Präsidenten er 1683 ernannt worden war – und diplomatische Aufgaben im Heiligen Römischen Reich sowie in Polen wahrgenommen. Die Abschiedsaudienz von Oettingen-Wallerstein bei Kaiser Leopold I. fand am 26. September 1699 in Wien statt, und die zu diesem Anlass veranstaltete Parade wurde in zeitgenössischen Publikationen weithin gefeiert.[7] Die Reise ins Osmanische Reich begann einen Monat später.
In dieser Phase des QhoD-Projekts hat das Team zahlreiche Quellen aus den osmanischen und habsburgischen Archiven bearbeitet, die sich mit den Reisen der beiden Großbotschafter und ihren Aufenthalten in den sie beherbergenden Hauptstädten befassen. Bevor jedoch diese Quellen vorgestellt werden, ist es lohnenswert, kurz auf die Bedeutung des Jahres 1699 einzugehen.
Der Vertrag, der die Welt veränderte: Von ‚degrading hospitality‘ zur ‚diplomatic accomodation‘
Ein breiter Konsens in den Habsburg Studies und in der Osmanistik ist, dass der Vertrag von Karlowitz einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte beider Reiche darstellt und Auswirkungen über deren Grenzen hinaus hatte.[8] Auf habsburgischer Seite waren Leopolds Errungenschaften gegen das Osmanische Reich bereits für seine Zeitgenossen eine Quelle des Stolzes und eine Inspiration für verschiedenste Feierlichkeiten und die Verherrlichung des Kaisers.[9] Auch die moderne englisch- und deutschsprachige Literatur zur Geschichte der Habsburgermonarchie hebt den Zäsurcharakter des Jahres 1699 hervor. In Anknüpfung an Oswald Redlichs These, dass der Aufstieg der Habsburgermonarchie zur Großmacht mit der Unterzeichnung des Vertrags von Karlowitz begann,[10] haben Hugo Hantsch, Robert A. Kann, Jean Bérenger, Charles Ingrao und Michael Hochedlinger – aus deren Federn mehrere Überblicksdarstellungen der Monarchie stammen – argumentiert, dass mit dem Wegfall des Osmanischen Reiches als existenzielle Bedrohung nach 1699 die Künste, Kultur, Wirtschaft und Architektur in weitaus schnellerem Tempo erblühten.[11] In jüngster Zeit hat Klaus Malettke in seiner Geschichte der internationalen Beziehungen von 1648 bis 1714 die zentrale Bedeutung des Karlowitzer Friedens für den Aufstieg der Monarchie zur mitteleuropäischen Großmacht erneut betont.[12]
Ebenso ist sich die Osmanistik einig, dass mit diesem Jahr eine neue Phase der osmanischen Geschichte eingeleitet wurde. In einem der meistzitierten Artikel auf diesem Gebiet bezeichnete Rifaat Abou-al-Haj diesen Moment als die „formal closure of the European frontier.“[13] Zusätzlich hat Ali Yaycıoğlu erst kürzlich ausführlich dargelegt, wie folgenreich der Vertrag für die osmanische Politik und Gesellschaft war.[14] Europäische Historiker, die über die osmanisch-europäischen Beziehungen schreiben, haben in jüngster Zeit ebenfalls die weitreichende Bedeutung der Verträge von Karlowitz (und Passarowitz) betont. Daniel O’Quinn stellte beispielsweise fest „[that Karlowitz] fundamentally altered the rules of engagement for diplomatic relations between the Ottoman Empire and its European neighbors.“[15] Unterdessen zeigte Larry Wolff, dass die Unterzeichnung des Karlowitzer Vertrags einen Wandel im Bild des Osmanischen Reiches in Europa ermöglichte – von einer unbesiegbaren Bedrohung hin zu einem gleichgestellten, aber exotischen Gegenüber. Dadurch konnten europäische Komponisten und Librettisten im 18. Jahrhundert freier und kreativer mit dem Osmanenbild in ihren Werken umgehen.[16]
Für die Osmanen stellte die soziale und politische Bewältigung der unmittelbaren Folgen des Vertrags hingegen eine große Herausforderung dar. Nicht nur standen sie einer Niederlage nach der anderen gegenüber, diese wurden ihnen auch noch durch einen Rivalen zugefügt, der bis 1683 nie in der Lage gewesen war, dem Reich eine bedeutende Verluste zuzufügen. Bei zeitgenössischen Beobachtern lässt sich deshalb eine Wahrnehmung dieser Veränderung erkennen.[17] Der Verlust weiter Teile Ungarns und von Teilen Serbiens nach 150 Jahren Kontrolle fügte der Niederlage zusätzlichen Schmerz hinzu und warf die Frage auf, wie diese Entwicklung überhaupt stattfinden hatte können. Die Entscheidungselite sah sich unerwartet einer großen Aufgabe gegenüber: Wie konnten die osmanischen Staatsmänner und die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit, wenn nicht gar der Unvermeidlichkeit, eines Friedens mit der Habsburgermonarchie überzeugt werden?
Der folgende Abschnitt, eine einleitende Frage aus einer anonymen osmanischen Abhandlung, die in den Monaten vor der Unterzeichnung des Friedens von Passarowitz im Jahr 1718 verfasst wurde, spiegelt wider, wie erstaunt die osmanischen Zeitgenossen über das sich wandelnde Machtverhältnis zwischen dem Osmanischen Reich und der Habsburgermonarchie waren und verdeutlicht die Umstände, die sie praktisch zum Vertrag von Karlowitz gezwungen hatten:[18]
Frage des Osmanen: …Von dem anfänglichen Aufstieg des ewigen erhabenen Staates bis zum Ende der Herrschaft von Süleyman Khan verzeichneten die Geschichtsschreibungen, wie die Osmanen in jedem Feldzug siegreich hervorgingen und dem Caeser (çasar) von Österreich eine verheerende Niederlage zufügten und seine Länder unter ihre Kontrolle brachten. Danach, bis zur [zweiten] Wien-Kampagne, blieben Sieg und Erfolg meist auf unserer Seite, obwohl gelegentlich aufgrund einiger Mängel auch auf der Seite des Feindes Zeichen des Sieges sichtbar wurden. Doch nach der Wien-Kampagne führte der allmählich zunehmende Erfolg auf der Seite der Ungläubigen zu unserer Niederlage in jeder Begegnung. Was ist der Grund dafür…?[19]
Diese Frage bildete nur den Einstieg in ein normatives, präskriptives aber imaginäres Gespräch zwischen zwei fiktiven, gelehrten Personen, „einem tapferen Mann aus dem Kreis der berühmten Soldaten der Osmanen“ (osmânî) und „einer erleuchteten Person aus dem Kreis der christlichen Beamten“ (nasrânî). Durch ihren Austausch argumentierte der Autor, dass die Fortführung des Krieges mit Österreich und der Versuch, Rache für die verlorenen Schlachten und Gebiete zu nehmen, eine Illusion sei; die Möglichkeit, Frieden zu schließen, sei ein Segen, und das Versäumnis dieser Gelegenheit würde zu Reue führen. Der christliche Gesprächspartner beantwortete die obige Frage nicht sofort und nannte keine Gründe für die osmanische Niederlage; stattdessen versicherte er seinen Lesern zunächst, dass er kein anti-osmanischer Christ sei und dass die von ihm geäußerten Ideen nicht die österreichische Sichtweise über die Osmanen repräsentierten.
Die einleitenden Absätze des Textes verweisen auf zwei Hauptängste, die auf osmanischer Seite vor der Unterzeichnung des Karlowitzer Vertrags bestanden. Die erste Angst bestand darin, die Realität auf dem Schlachtfeld zu akzeptieren, die aus osmanischer Sicht zweifellos ein Ende des Konflikts erforderte. Der anonyme Autor fand es einfacher, diese Notwendigkeit durch die Stimme eines Außenstehenden zu vermitteln, jemandem, der nicht durch die selbstbewusste Haltung der osmanischen Elite gegenüber den europäischen Mächten eingeschränkt war. Von höchster Notwendigkeit war aber auch, dass dieser Außenstehende als sympathisch wahrgenommen wurde; einem siegreichen Feind konnte nicht zugestanden werden, Wahrheiten auszusprechen, die das Selbstbild und den Stolz der osmanischen Leserverletzen würden. Die zweite Schwierigkeit bestand darin, ein vernünftiges Argument zur Unterstützung der Friedensposition zu formulieren. Letzteres stellte eine besonders große Herausforderung in der osmanischen Welt des frühen 18. Jahrhunderts dar: Wie konnte man die osmanischen Entscheidungsträger und Intellektuellen von der Notwendigkeit dessen überzeugen, was lange als „theologische Unmöglichkeit“ galt, nämlich große Gebiete, auf denen seit Jahrhunderten der islamische Gebetsruf erklungen war, an einen christlichen Staat abzutreten?[20]
Die Argumentation des anonymen Autors aus dem Jahr 1718 zeigt, wie die ersten großen territorialen Verluste der osmanischen Geschichte zwischen 1683 und 1718 den Übergang zu einer vernunftbasierten Erklärung der Geschehnisse notwendig machten. Dennoch drängte die neue Situation religiöse Motive nicht vollständig in den Hintergrund; vielmehr verband die neue osmanische diplomatische Haltung beide Perspektiven miteinander.
Frage des Christen: Früher, als Österreich überwältigt und geschwächt war, auf der einen Seite von Frankreich und auf der anderen von den Ungarn besiegt, was war die Notwendigkeit, die dazu führte, dass die Gelegenheit zur Vergeltung verpasst wurde und stattdessen in einem so günstigen Moment für Rache dem Frieden der Vorzug gegeben wurde?
Antwort des Osmanen: Eure Frage beruht offensichtlich auf einer aufrichtigen und gründlichen Untersuchung, und ihr logischer Ansatz ist erkennbar. Es scheint, dass ihr auf den Vertrag von Karlowitz anspielt, da solche Fragen damals häufig in der Öffentlichkeit diskutiert wurden. Als die Angelegenheit dem verstorbenen Großwesir Hüseyin Paşa vorgelegt wurde, äußerte er sich dazu wie folgt:
‚Die Angelegenheit des Friedens ist eine Ursache für Ruhe für die Menschen und die Länder, ein Mittel zur Auffüllung der Staatskasse und zur Verringerung der Zahl der korrupten Soldaten. Sie wird als reines Gut betrachtet. Außerdem ist die Möglichkeit, durch Konflikt Rache zu nehmen, derzeit immer noch eine bloße Illusion. Eine solche illusionäre Sache dem offenkundig Nutzenbringenden und Offensichtlichen vorzuziehen, würde von Menschen mit gesundem Verstand verurteilt werden.‘
Nach diesen eindrucksvollen Worten verharrte der Großwesir in Schweigen und weigerte sich, den Rufen derer Gehör zu schenken, die zum Krieg drängten.
Auch ich bestätige diese Aussage und halte diesen Ansatz für weise. Wenn eine Gelegenheit ein Segen ist, dann führt das Verpassen dieser Gelegenheit zu Reue. Wie der Vers sagt: „Die Weisen lassen eine Gelegenheit nicht verstreichen.“ Das einfache Volk, das unter dem Schutz des Schöpfers aller Wesen steht, würde unter den langen Tagen des Krieges und des Konflikts zerdrückt werden. Insbesondere, da die Zerstörung von Reichtum und Menschen sowie die Erschöpfung der Mittel für Krieg und Kampf zwangsläufig zu Unordnung führen.
Die Menschen von vollkommenem Verstand haben diese Gefahren bedacht und sich an [folgendes] Prinzip gehalten: Frieden ist der Meister aller Urteile. Sie haben in jeder Epoche darauf geachtet, die Regeln des Friedens und des Wohlstands zu beachten. Es ist bewiesen, dass Frieden zwischen den Nationen eine Quelle des Segens ist, und diejenigen, die ihn verweigern oder ablehnen, sind oft des Sieges beraubt. Sie hielten es nicht für angebracht, die ungewisse Aussicht auf eine flüchtige Gelegenheit den sicheren Segnungen des reinen Friedens vorzuziehen.[21]
Obwohl dieses Werk bereits 1941 von Faik Reşit Unat transkribiert und veröffentlicht wurde, scheint es in Studien zu den Verträgen von Karlowitz und Passarowitz unbeachtet geblieben zu sein – vermutlich aufgrund seiner kunstvollen Sprache und Unats unkonventioneller Transkriptionsweise. Allerdings veranschaulichen die Passagen klar die Haltung der osmanischen Entscheidungsträger gegenüber der Unterzeichnung eines Friedensvertrags. Dies musste geschehen, um weitere Verluste zu vermeiden. Das Ziel des Textes war offensichtlich, die osmanischen Staatsmänner, Literaten und die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit zu überzeugen, Verhandlungen mit Österreich zu führen und Frieden zu schließen. Der Text zeigt, dass die damaligen Akteure, einschließlich des Großwesirs Hüseyin Paşa, argumentierten, dass die Vernunft den Friedensschluss 1699 erforderte, aber auch die islamische Theologie diese Entscheidung unterstützte: Während der Koran besagte, dass die Weisen Gelegenheiten nicht verstreichen ließen, hielten sich Menschen von vollkommenem Verstand an das Prinzip, dass der Frieden der Meister aller Urteile sei. Auf diese Weise verbanden die Osmanen Vernunft und Religion.
In dieser Atmosphäre geschah es nun, dass zwei Großbotschafter im Herbst 1699 gleichzeitig zu dem Hof reisten, der sie für die nächsten sieben Monate beherbergen würde. Die Osmanen konnten gegenüber den europäischen Diplomaten und Botschaftern nicht mehr jene ‚erniedrigende Gastfreundschaft‘ aufrechterhalten, die ein Osmanist als Merkmal diplomatischer Empfänge am osmanischen Hof bis 1683 bezeichnete.[22] Ab 1699 führte die Neugewichtung der Machtverhältnisse dazu, dass die osmanische Diplomatie sich zunehmend anpassungsfähiger zeigte und europäischen, insbesondere österreichischen Diplomaten mehr Gastfreundschaft und Freundlichkeit entgegenbrachte. Oettingen-Wallerstein war nicht der erste habsburgische Großbotschafter in Konstantinopel, doch war er sicherlich der erste, der den Übergang von der herrischen Haltung der Jahre vor 1683 zu einer symbolischen Demut erlebte, die den europäischen Diplomaten in Konstantinopel die Oberhand in diplomatischen Verhandlungen verschaffte. Diese Veränderung geschah aber nur schrittweise und sollte besonders nach der Unterzeichnung des Vertrags von Passarowitz im Jahr 1718 deutlicher werden. Die frühesten Beispiele dafür sind jedoch bereits in der Gewährung vieler Zugeständnisse an die Habsburgermonarchie zu beobachten, die während des Aufenthalts des Grafen Wolfgang IV. von Oettingen-Wallerstein in Konstantinopel gemacht wurden.
2. Quellen
Osmanische Quellen
Die Hauptquellen des Projekts osmanischer Provenienz sind Einträge aus dem Register für auswärtige Angelegenheiten (Düvel-i Ecnebiyye Defteri) Nr. 57 und dem Register der Sultanatsbriefe (Nâme-i Hümayun Defteri) Nr. 5 sowie verschiedene Einträge aus zahlreichen osmanischen Archivserien.
Die Einträge im Register für auswärtige Angelegenheiten Nr. 57 sind allesamt Antworten der osmanischen Regierung auf die Petitionen, die Graf Wolfgang IV. zu Oettingen-Wallerstein während seines Aufenthalts als Großbotschafter in der osmanischen Hauptstadt dem Hof vorgelegt hatte. Die Themenvielfalt veranschaulicht die privaten und öffentlichen Angelegenheiten, mit denen sich ein Großbotschafter befasste, sie spiegeln jedoch auch die anpassungsfähigere diplomatische Haltung des osmanischen Hofes wider.
Eine wichtige und wiederkehrende Angelegenheit betraf die erforderlichen Genehmigungen für den Kauf des vom Botschaftspersonal konsumierten Weines. Das Personal durfte jeweils eine festgelegte Menge Wein aus einem bestimmten Gebiet erwerben – während Oettingen-Wallersteins Aufenthalt wurde diese Erlaubnis dreimal erteilt. Ein weiteres bedeutendes Anliegen war die Sicherheit und der Schutz von Oettingen-Wallersteins Gefolge während der Reise durch das Reich. Die Zwecke dieser Reisen variierten und umfassten Besuche in Jerusalem, Pilgerfahrten zu Klöstern, Sightseeing oder Krankheit. Ein Beispiel für Letzteres ist Adolph Michael Thomas von Sinzendorf, der in Konstantinopel erkrankte und um Erlaubnis bat, nach Bursa reisen zu dürfen, um dort die öffentlichen Bäder zu besuchen – er sollte diese Krankheit allerdings nicht überleben. Daraufhin erteilte die osmanische Regierung Anweisungen zum Schutz seiner Witwe und der Familiendiener, während diese die Leiche in die Habsburgermonarchie überführten.
Ein weiterer Punkt betraf die Freilassung von Kriegsgefangenen. In Antwort auf Oettingen-Wallersteins Bitten und gemäß des Vertrags von Karlowitz ordnete die osmanische Regierung an, dass die lokalen Richter im ganzen Reich die Freilassung jener Kriegsgefangenen erleichtern sollten, die nicht zum Islam konvertiert und ursprünglich Untertanen des Kaisers waren. Während ihrer Rückkehr durften sie von niemandem gestört werden.
Der Großbotschafter befasste sich auch mit Handelsangelegenheiten. Oettingen-Wallerstein erhielt nicht nur spezielle Handelskapitulationen für die Untertanen des Kaisers aus den Erblanden und dem Heiligen Römischen Reich; er vermittelte auch zwischen den osmanischen Behörden und ausländischen Kaufleuten, die sich über die illegale Besteuerung oder Beschlagnahmung von Waren beschwerten. Zu den bemerkenswerten Zugeständnissen an die Habsburger gehörten die Freiheiten und der Schutz, die den Katholiken in Jerusalem zugesagt worden waren. Zusätzlich zum dreizehnten Artikel, der den Katholiken Religions- und Bewegungsfreiheit garantierte, wurde während Oettingen-Wallersteins Aufenthalt eine Charta ausgestellt, die die im genannten Artikel erwähnten Punkte für Jerusalem nochmals bekräftigte und sich ausdrücklich auf das Mariengrab, die Grabeskirche und zahlreiche andere heilige Stätten in der Stadt bezog.
Das Register der Sultanatsbriefe Nr. 5 enthält die Briefe, die nach dem Vertrag von Karlowitz ausgetauscht wurden, darunter von Sultan Mustafa II., Kaiser Leopold I., Großwesir Amcazade Hüseyin Paşa und dem Präsident des Hofkriegsrats, Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg. Der auffallendste Aspekt der Briefe ist der freundliche Ton und das gegenseitige Bestreben, den Frieden so lange wie möglich zu wahren, ein Umgang, der im Gegensatz zu dem gerade beendeten sechzehnjährigen Krieg stand. Darüber hinaus enthält das Register eine Liste der vom Sultan an den Kaiser gesandten Geschenke.
Die meisten der 51 osmanischen Dokumente aus den Archiven der Familie Oettingen-Wallerstein in Harburg sind Kopien der Einträge im Register für auswärtige Angelegenheiten Nr. 57. Sie wurden wahrscheinlich vom osmanischen Hof angefertigt, und auf Anfrage Oettingen-Wallerstein übergeben. Unter ihnen finden sich mehrere bemerkenswerte Dokumente, die in osmanischen Archiven nur schwer zu finden sind, darunter ein persönlicher Brief an den Großbotschafter von Rami Mehmed Paşa, dem zukünftigen Großwesir und damaligen Bevollmächtigten der Osmanen in Karlowitz sowie der Oberste Schreiber (Reisülküttab) zur Zeit von Oettingen-Wallersteins Aufenthalt in Konstantinopel. Ein weiterer Brief an den Großbotschafter wurde von einem Janitscharen namens Mustafa aus Belgrad verfasst. Zu den bedeutendsten osmanischen Dokumenten aus Harburg gehört ein bei den Gesprächen zwischen den beiden Parteien über die Rechte der Katholiken im Osmanischen Reich geführtes Verhandlungsprotokoll (das Dokument enthält die Forderungen Oettingen-Wallersteins zu diesem Thema und die ihm von den Osmanen Absatz für Absatz gegebenen Antworten). Ebenfalls hervorzuheben ist die Originalversion des bereits erwähnten Berats (Urkunde), die im Jahr 1700 vom osmanischen Hof ausgestellt wurde und welche die Religionsfreiheit und den Schutz der Katholiken gewährte, sowie ein weiterer Berat, der den Untertanen des Kaisers Handelsprivilegien einräumte. Auf diese Weise veröffentlicht QhoD sowohl die Originalversionen der beiden Berate als auch deren in den osmanischen Registern vorgefundenen Kopien.
Zusätzlich zu diesen Sammlungen bearbeitet das Team eine Gruppe von Dokumenten aus verschiedenen Sammlungen in den türkischen Archiven, die Informationen über die organisatorischen Aspekte der Reisen des osmanischen und habsburgischen Großbotschafter und ihres Gefolges enthalten. Einige beispielhafte Themen, die in diesen Dokumenten behandelt werden, sind die Sicherheit beider Missionen während ihrer Reisen durch osmanisches Gebiet, die vom osmanischen Staat gezahlten Zuwendungen, die vom osmanischen Hof für Kaiser Leopold vorbereiteten Geschenke und deren Kosten, Zahlungen an die Sicherheitskräfte und Bediensteten, die vom osmanischen Hof für İbrahim Paşa während seiner Reise und für Oettingen-Wallerstein während seines Aufenthalts in Konstantinopel geleistet wurden sowie Ausgaben für die Vorbereitung der Residenz, in der die habsburgische Gesandtschaft in Istanbul untergebracht war.
Habsburgische Quellen
Die wichtigsten Quellen habsburgischer Herkunft sind 37 Depeschen, die Graf Wolfang IV. zu Oettingen-Wallerstein nach Wien schickte und die seine persönliche Sicht auf seine Tätigkeiten im Osmanischen Reich wiedergeben. Sie sind im Haus-, Hof- und Staatsarchiv (HHStA) und dem Oettingen-Wallersteinischen Familienarchiv erhalten. Neben zwölf Reskripten aus Wien, in denen die Anweisungen für den Großbotschafter enthalten sind, tauschten er und der Kaiser mehrere Handschreiben aus, in denen vertrauliche Angelegenheiten behandelt wurden. Die Originale oder Kopien dieser Korrespondenz finden sich sowohl im HHStA als auch im Familienarchiv der Oettingen-Wallersteins in Harburg.
Betrachtet man die gesamte verfügbare osmanische und habsburgische Kommunikation und Korrespondenz aus dem Botschaftsaustausch von 1699–1701, so kann man Oettingen-Wallersteins Berichte als die wichtigsten Dokumente nach der Unterzeichnung des Karlowitzer Vertrages bezeichnen. Von seiner ersten, am 27. Oktober 1699 in Buda unterzeichneten Depesche, bis zur letzten, vom 21. Januar 1701, verfasste Oettingen-Wallerstein 37 Berichte, die wertvolle Einblicke in das Leben des habsburgischen Botschafters während seiner neunmonatigen Reise in das Osmanische Reich geben. Die Erkenntnisse, die wir aus diesen Berichten gewinnen, können mit den Quellen auf osmanischer Seite leider nicht erreicht werden, da die osmanischen Diplomaten in dieser Zeit zumeist keine vergleichbar ausführlichen Berichte über die Entwicklungen auf ihrer Mission verfassten.
Oettingen-Wallersteins Depeschen ermöglichen es uns im Gegensatz dazu, den Verlauf seiner Reise, die physischen und psychischen Herausforderungen, die das Unterwegssein für einen frühneuzeitlichen Diplomaten und sein Gefolge mit sich brachte, sowie ihre öffentlichen und privaten Begegnungen mit Staatsmännern und Untertanen des Gastlandes nachzuvollziehen. Besonders häufig wird auf die Herausforderungen des diplomatischen Austauschs eingegangen, wie z. B. Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede, welche den Komplexitätsgrad der Mission zusätzlich steigerten. Die Reise und logistische Herausforderungen waren ebenfalls ein omnipräsentes Thema, da die Delegation wiederholt Verzögerungen aufgrund von schlechtem Wetter, gesundheitlichen Problemen und Schwierigkeiten bei der Suche nach sicheren Unterkünften hinzunehmen hatte.
Auf dem Weg nach Konstantinopel beobachtete Oettingen-Wallerstein sorgfältig die osmanischen Militärbefestigungen und Truppenbewegungen, insbesondere in der Umgebung der Festungen Belgrad und Sofia. Gelegentlich gab er auch Empfehlungen zur Verbesserung der habsburgischen Verteidigungsstrategien gegen mögliche osmanische Einfälle. Viele Berichte enthalten lange Diskussionen über die Organisation und die finanziellen Aspekte des Gefangenenaustauschs. Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang die Listen der Gefangenen und der für deren Befreiung erforderlichen Kosten. Wie ausreichend Geldmittel für den Freikauf der Kriegsgefangenen beschafft und wie die logistischen Schwierigkeiten ihrer Heimreise bewältigt werden konnten, waren allgegenwärtige Probleme.
Hier zeigt sich die Bedeutung der vergleichenden Lektüre von habsburgischen und osmanischen Quellen, die QhoD ermöglicht: Die vom osmanischen Hof erlassenen Anordnungen über die Freilassung und die Gewährung sicheren Geleits für die Gefangenen – die im osmanischen Teil der Edition abgedruckt sind – konnten die Probleme, mit denen die diplomatischen Vertreter vor Ort konfrontiert waren, nicht sofort lösen. Ein wichtiger Aspekt dieser Depeschen ist, dass sie den internationalen Aspekt des Vertrags von Karlowitz verdeutlichen. So geht aus ihnen hervor, dass der habsburgische Großbotschafter mehrmals mit britischen und niederländischen Diplomaten zusammentraf, die das Friedensprojekt schon vor 1699 mehrere Jahre vorangetrieben hatten.
Die nächste wichtige Quellenserie sind die Reskripte, die förmlichen Antworten und Weisungen, die Kaiser Leopold I. an seinen Großbotschafter schickte. Sie enthielten Anweisungen zu den vorrangigen Zielen Oettingen-Wallersteins, insbesondere zu den während der Friedensverhandlungen ungelösten Fragen; die sichere Rückkehr der habsburgischen Gefangenen war aus Wiener Sicht hiervon eine der wichtigsten Angelegenheiten. Der Adelige war weiters angehalten, sich an das Protokoll zu halten und ein angemessenes diplomatisches Verhalten an den Tag zu legen. Hierzu zählten auch die Teilnahme an zeremoniellen Akten und die Darstellung symbolischer, die Würde des habsburgischen Hofes widerspiegelnder Gesten. Auch die von ihm benötigten Mittel mussten mit Bedacht angefordert und verwendet werden, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Delegation während des Aufenthalts auf osmanischem Gebiet befriedigt wurden.
Im Laufe des Jahres begann der Wiener Hof auch, Informationen über die allgemeine politische Lage in Europa und die Entwicklungen innerhalb der Monarchie in den Reskripten zu ergänzen. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang war es, gegenüber potenziellen Spionagetätigkeiten rivalisierender europäischer Mächte wachsam zu bleiben. Darüber hinaus gab der Kaiser Anweisungen zum Umgang mit sensiblen Informationen über die adäquate Chiffrierung der Berichte und betonte, dass strategische Angelegenheiten mit osmanischen Beamten oder anderen Diplomaten nur unter größter Vorsicht besprochen werden sollten.
Der Inhalt des letzten Reskripts, das Leopold am 27. August 1700 unterzeichnet und von Wiener Neustadt aus an den Großbotschafter in Konstantinopel geschickt hat, fasst die Angelegenheiten zusammen, die Oettingen-Wallerstein während seines Aufenthalts in der osmanischen Hauptstadt behandelte. Dazu zählten die Beilegung der Streitigkeiten um Novi, die Festlegung der kroatischen Grenze, die Beschaffung einer Kopie des osmanisch-russischen Friedensvertrags, die Wiedereinsetzung des Patriarchen von Aleppo, die Begleichung der Schulden gegenüber dem osmanischen Palastdolmetscher Alexandros Mavrocordatos und die Einschränkung des Einflusses von Imre Thököly.
Im Vergleich zu den oben genannten Dokumenten waren die Handschreiben wesentlich knapper gehalten und widmeten sich den Themen, die vom Großbotschafter und dem Wiener Hof offenbar als besonders vertraulich angesehen wurden. Dazu gehörten Briefe an den niederländischen Botschafter Jacobus Colyer und den britischen Diplomaten William Paget, die Zahlungen an osmanische Beamte, Fragen der internationalen Politik und finanzielle Aspekte der Großbotschaft Oettingen-Wallersteins.
Artefakte
Auch die zwischen den beiden Parteien ausgetauschten Geschenke werden bei der Edition durch das QhoD-Team berücksichtigt. Von den Geschenken des Sultans, die der osmanische Großbotschafter İbrahim Pascha dem Kaiser in Wien überreichte – eine Liste findet sich in den edierten osmanischen Quellen –, haben sich ein Zelt, ein Wandbehang und zwei Kissenbezüge erhalten. Diese befinden sich heute in den Sammlungen des Kaiserlichen Wagenburgmuseums in Wien. Ein weiteres Geschenk ist ein Jatagan (Yatağan), der Oettingen-Wallerstein von einem osmanischen Pascha als Geschenk überreicht wurde. Das Schwert befindet sich heute in der Sammlung von Carl-Eugen Prinz zu Oettingen-Wallerstein, ebenso wie eine Anhängeuhr, die ursprünglich für einen osmanischen Würdenträger gefertigt wurde.
Zuletzt wurden noch Bildquellen für die Publikation vorbereitet. Der Bericht des Verlegers Johann Baptist Schönwetter (1671–1741) enthält zwölf Kupferstiche, auf denen die Ganzkörperporträts der beiden Großbotschafter, die Büsten von Kaiser Leopold I. und Sultan Mustafa II. sowie die zeremoniellen Abläufe der beiden Gesandtschaften in Wien und Konstantinopel dargestellt sind. Drei weitere Kupferstiche, die die zeremoniellen Einzüge in Wien oder Konstantinopel dokumentieren, befinden sich heute im Wien Museum und im Rijksmuseum in Amsterdam. Die graphische Sammlung der Nationalbibliothek in Wien besitzt noch einen weiteren Kupferstich, der ein Ganzkörperportrait Wolfgangs IV. von Oettingen-Wallerstein mit allegorischer Friedensdarstellung zeigt. Darüber hinaus befindet sich noch ein Kupferstich mit dem ganzfigurigen Porträt des Abtes und Reisebuchautors Simpert Niggl (1654–1711) im Stadtarchiv von München, das ebenfalls in die Edition aufgenommen wurde.
Fußnoten
[1] Fındıklılı Mehmed Ağa Sılahdar, Nusretname. İnceleme – Metin (1106–1133/1695–1721), hrsg. von Mehmet Topal, Ankara 2018, 503.
[2] Vgl. Sarı Mehmed Paşa Defterdar, Zübde-i vekayiât: tahlil ve metin (1066-1116/1656-1704), hrsg. von Abdülkadir Özcan, Ankara 1995, 681.
[3] Marsigli bezog sich in seiner offiziellen Korrespondenz häufig auf İbrahim Paşa. Vgl. John Stoye, Marsigli’s Europe: 1680–1730. The Life and Times of Luigi Ferdinando Marsigli, Soldier and Virtuoso, New Haven / London 1994.
[4] Sılahdar, Nusretname, 555. Auch zitiert bei Murat Uluskan, Bir Osmanlı Elçisinin Yolculuk Hazırlığı: İbrahim Paşa’nın 1699 Avusturya Elçiliği, in: Türklük Araştırmaları Dergisi 20 (2008), 251–275.
[5] Vgl. Raşit Gündoğdu, Uşşakizâde Tarihi H. 1106–1124/(1694–1712), phil. Dissertation, Universität İstanbul 2000, 158.
[6] Vgl. Stoye, Europe, 167 f. Für die aktuellste Literaturübersicht vgl. Tobias Jakob Bıdlıngmeıer, Die Großbotschaft des Grafen Wolfgang IV. von Oettingen-Wallerstein nach Konstantinopel. Die Korrespondenzen zwischen Kaiser Leopold I. und dem Großbotschafter, Masterarbeit, Universität Salzburg 2024.
[7] Für biographische Informationen zum Großbotschafter und Details zur Abschiedsaudienz vgl. Arno Strohmeyer, The Symbolic Making of the Peace of Carlowitz. The Border Crossing of Count Wolfgang IV of Oettingen-Wallerstein during his Mission as Imperial Grand Ambassador to the Sublime Porte (1699–1701), in: Colin Heywood / Ivan Parvev, Hg., The Treaties of Carlowitz (1699). Antecedents, Course and Consequences, Leiden / Boston 2020, 213–35.
[8] Vgl. Mónika F. Molnár, Der Friede von Karlowitz und das Osmanische Reich, in: Arno Strohmeyer / Norbert Spannenberger, Hg., Frieden und Konfliktmanagement in interkulturellen Räumen. Das Osmanische Reich und die Habsburgermonarchie in der Frühen Neuzeit, Stuttgart 2013, 197–220.
[9] Vgl. z. B. den Schluss der folgenden Monographien für eine kurze Analyse: Maria Goloubeva, The Glorification of Emperor Leopold I in Image, Spectacle, and Text, Mainz 2000; Jutta Schumann, Die andere Sonne. Kaiserbild und Medienstrategien im Zeitalter Leopolds I., Berlin 2003.
[10] Vgl. Oswald Redlich, Weltmacht des Barock. Österreich in der Zeit Kaiser Leopolds I., 4. Auflage, Wien 1961.
[11] Vgl. Hugo Hantsch, Die Geschichte Österreichs 1648–1918, 3. Auflage, Bd. 2, Graz / Wien / Köln 1962, 57 f.; Robert A. Kann, A History of the Habsburg Empire 1526–1918, Berkeley / Los Angeles / London 1974, 67; Jean Bérenger, A History of the Habsburg Empire, übers. von C.A. Simpson, London 1994, 380; Charles W. Ingrao, The Habsburg Monarchy 1618–1815, Cambridge 1994, 98; Michael Hochedlinger, Austria’s Wars of Emergence. War, State and Society in the Habsburg Monarchy 1683–1797, London / New York 2003.
[12] Vgl. Klaus Malettke, Hegemonie, multipolares System, Gleichgewicht. Internationale Beziehungen 1648/1659–1713/1714, in: Heinz Duchhardt / Franz Knipping, Hg., Handbuch der Geschichte der internationalen Beziehungen, Bd. 3, Paderborn u. a. 2012, 453.
[13] Vgl. Rifaat A. About-Al-Haj, The Formal Closure of the Ottoman Frontier in Europe. 1699–1703, in: Journal of the American Oriental Society 89/3 (1969), 467–475.
[14] Vgl. Ali Yaycioğlu, Karlofça Ânı: Osmanlı İmparatorluğu 18. Yüzyıla Nasıl Başladı?, in: Tarih ve Toplum Yeni Yaklaşımlar 18 (2021), 8–56.
[15] Daniel O’Quinn, Engaging the Ottoman Empire. Vexed Mediations, 1690–1815, Philadelphia 2019, 39.
[16] Vgl. Larry Wolff, The Singing Turk. Ottoman Power and Operatic Emotions on the European Stage from the Siege of Vienna to the Age of Napoleon, Stanford 2016.
[17] Es sei angemerkt, dass Großwesir Fazıl Ahmed Paşa trotz der militärischen Niederlage im Jahr 1664 den Verhandlungstisch mit territorialen Gewinnen verließ. Daher könnte 1683 als Beginn bedeutender osmanischer Verluste gegenüber der Habsburgermonarchie betrachtet werden.
[18] In der ersten Phase des QhoD-Projekts haben wir die Quellen zur osmanischen Großbotschafteraustausch nach der Unterzeichnung des Vertrags von Passarowitz veröffentlicht. Vgl. Die Großbotschaften Damian Hugo von Virmonts und Ibrahim Paschas (1719/20), online unter: QhoD, https://qhod.net/context:vipa?locale=de.
[19] Faik Reşit Unat, Ahmed III. Devrine Ait Bir Islahat Takriri. Muhayyel Bir Mülâkatın Zabıtları, in: Tarih Vesikaları Dergisi 1/2 (1941), 107–121.
[20] Colin Heywood /Ivan Parvev, Introduction, in: Colin Heywood / Ivan Parvev, Hg., The Treaties of Carlowitz (1699). Antecedents, Course and Consequences, Leiden / Boston 2020, 1–17, hier 5.
[21] Unat, Ahmed III., 109.
[22] Edhem Eldem, Foreigners at the Threshold of Felicity. The Reception of Foreigners in Ottoman Istanbul, in: Donatella Calabi and Stephen Turk Christiensen, Hg., Cultural Exchange in Early Modern Europe, Bd. 2: Cities and Cultural Exchange in Europe, 1400–1700, Cambridge / New York 2007, 114–131.