.Höchst gebreister unnder den grossen cristlichen herrn, und erwellter der fürnemisten
.unnd großmüetigen des cristlichen gesaz, correctorn aller ding in der ganzen naz-
.renischen nation, beckhlaidt mit dem glanz der herrlickheit unnd ehren, herr
.der zeichen des ruems und der hocheit, könig der region Wien×, kaiser Rudolff
der ander×, deß ennd sey mit glückseligkhait und allem guetem.
1
Nachdem
.e. ksl. Mt. etc. unsere e. Mt. etc. kayserlichen person wierdige unnd
.gezimende grüeß presentiert unnd angebotten sein, sey e. Mt. etc. freundt-
.ichen zuwissen, das verschiner tagen haben uns e. Mt. etc. alhie zu unnsers
.glückhseligisten durhleühtigisten kaysers, den der höchste Gott erhallte und
10 seinen sig sterkhe, hohen Porten, welliche ain ursprung der glückhseligkheit ist,
.
seine ire auf gerechte unnd freundtliche schreiben, sambt der zuegesagten verehrung
.geschickht, welliche durch e. Mt. etc. neulich herein verordnete potschafft,
.den ansechlichen unnder den cristlichen herrn, Joachim von Sinzendorf, über
.antwort ist worden, und sein unnß e. Mt. etc. schreiben zu gueter glückh-
15 eliger stund khommen, und uns angenemblich gewesen, und nachdem
.wier desselbigen freundtlichen inhallt gelesen, haben wier vernommen
.die ursachen, warumben die zuegesagte presennt, welliche e. Mt. etc.
.zu rueh und ainickhait beder thaill unnderthannen hieher raichen, also
.lang aufgezogen und hierein so langsamb geschickht sein worden, nämblich
20 der unaufherlichen blinderungen, außlauffungen und schäden, so von dem
.sighafftigen musulmanischen heer in eurem künigreich und gebiedt
.geschehen, und das e. Mt. etc. unnderthannen beleidiget, auch etlicher
.anderer ursachen halben.
2
Sonsten aber wellen e. Mt. etc. in guetem
.freundtlichen und vollckomenlichen friden mit ir hocheit erhebten
25 Porten, welliche ain nest der glückhseligkheit ist, bestehen, auch künfftig
.zeit besser alls zuvor die fridliche conditionen festickhlich hallten,
.darzue auch ersuecht, das dem vorbenanten e. Mt. etc. neuem oratorn,
[1.2r]
.wellichen seiner weißhait halben e. Mt. etc. füer ir potschafft alher
.zu der glückhseligen seiner kayserlichen hocheit Porten verordnet, alle
.die ehr und gunst, wie zuvor anderen von e. Mt. etc. vatter×, unnd
großfatter×
.unnd vorelltern zu der erhebten seiner hochait porten abgefertigten oratoren
5 soll erzeigt unnd bewisen werden, und das sein hocheit unnd wier dem
.ermeldten e. Mt. etc. oratori in allem, so ehr von e. Mt. etc. uns anzeigen
.wierdt, volkhomenlich glauben, unnd dem allten oratori David Ungnad×
.erlaubnüß geben, damit er von hinen abziehen unnd zue e. Mt. etc.
.widerumb khommen müge.
3
Es ist sonnst auch alles, was von warvon in e. Mt. etc.
10 schreiben meldung geschehen, vor irer durchleuchtigkhait stuel, der wellt
.zueflucht, nach lenngs fürgebracht unnd angezeigt worden, sein
.kayserliche mächtigkheit hats auch vernommen, und damit khünfftiglich
.die conditionen der sicherhait, wie es sich gebürt, geehret und gehallten,
.auch des friden grund nit übertretten und darwider nichts gehanndlet
15 werde, seind unnserm brueder vezier Mustaffa Bassa×, statthallter
.zu Ofen× unnd dem Ferhat Beeg×, der bossnerischen granizen verwallter,
.ernstliche kayserliche bevelh zuegeschriben worden, und über das,
.das man sy ernstlich vermahnt und inen den friden zu hallten bevolhen,
.hat man inen auch bevelch zuegeschickht, die ienigen, so wider dem
20 friden und guete rueh handlen werden, zu straffen, unnd ich× in sonnderhait
.auch, alls e. Mt. etc. gutter freundt, hab inen geschriben und sy
.ernstlich zum friden vermant unnd darwider zu handlen verpotten.
.Wills Gott der aller höchst, die gränitzen werden khünfftig volkhomen-
.lich gezaumbt unnd verwaret, und wan auf e. Mt. etc. thaill nichts
25 wider des fridens capitulation gehandlet wierd, so soll auch auf unser seiten
.in khainerley weiß ichtes wider den friden und guete rueh entstehen oder
.entspringen.
4
Euere haubtleuth unnd oficialen aber, die auf den granizen
.sein, weill sy nit fridsamb gewesen, sonnder in seiner kayserlichen hochait
.lannde unnd gebüedt gefallen unnd seine unnderthanen vervolget unnd
30 geschedigt, so haben die unserigen auf unsern thäil auch des gleichen
[1.3r]
.gethonn, und allso bederseits, on unnderlas, geschehen beschedigungen,
.blinderungen und verderben der unnderthannen, und die eurigen seind aller
.zeit ain ursprung und anfang alles übells, wie e. Mt. etc. leuth,
.die gefanngen werden selberst beckhennen und zeugnus geben. Wan
5 den gräniz haubtleuthen unnd oficialen von e. Mt. etc. ernstlich
.bevolhen unnd auferlegt were, das sy, wie es sich gebüert, die fridlihe
.conditionen ehren unnd hallten, auch sich von allerley beschedigung
.enthallten sollen, auf unnser seidten derffte sich khainer unnder stehen,
.e. Mt. etc. thaill zubeschedigen, unnd ohne zweifl beder thaill unnder-
10 thannen würden in rueh unnd stille leben.
5
Der beschwerungen schrifften
.so unns iezund von e. Mt. etc. oratoren übergeben worden, sein
.von wort zu wort abgeschriben unnd dem obbemellten vezier Mustaffa
Bassa× zu Ofen allso auch dem Ferhat Beeg× in Bossen× zue geschickt,
.inen der frid ernstlich bevolhen, unnd darwider zu handlen verbotten
15 worden, wills Got der aller höchst. Khünfftiger zeit, wover auf
.e. Mt. etc. thaill wider des fridens conditionen nichts gehandlet wiert,
.auf unnser seidten auch würd des gueten fridens grundt und rueh,
.wie es sich gezimbt, in ehren gehallten unnd zu wider nichts
.erzeigt werden. Allein das e. Mt. etc. der gueten gerechten laudtern
20 freundtschafft und zue naigung nach, so von allters herr e. Mt. etc.
.mit unnsers glückhseligisten unnd durchleuchtigisten kaysers×, den
.der aller höchste Gott erhallte und seinen sig sterke, hohen Porten
.gehabt, standhafft unnd vest bleiben, unnd das e. Mt. etc. mit
.allem vleis und sorgfeltigkheit die zuegesagte auß blibne present,
25 welliche nit alain zu rueh und frid beeder thaill unntertanen, sonnder
.auch one zweifl zu erhalltunng unnd bestendigkheit des gemainen
.fridens und bestättung aller freundtlichen guetwillighait dienen
.unnd geraichen würdt, zusamb richten unnd hieher schickhen welle.
6
.Es hat auch gedachter vezier bassa× von Ofen× ain schreiben an seind
30 durhleuchtigkhait hohen Porten geschickht, in deme er angebraht
[1.4r]
.unnd zuverstehen geben, das aus e. Mt. etc. gräniz haubtleu-
.ten der haubtman von Schárwár, Nadaßdy Ferenz, der haubtman
.von Papa×, Mätty Laslo, der haubtman von Vesprin, Kesti Ferenz,
.und Bornamissa Janosch, der jezt auch zu Papa×, hievor aber
5 haubtman zu Canisa× gewesen ist, ungeuerlich mit 2500
.an schüzen und reutern auß acht euerer Mt. etc. castellen
.außgezogen unnd in seiner hochait gebiedt den kriegsleüthen
.von Simonthorn× hallten zustossen und nach zustellen khommen
.sein, und in dem sy alda vill übles und schaden gethon,
10 ist dessen der beeg von Stuelweissenburg
erynndert worden,
.derwegen ehr mit dem kriegßvollckh, so er damalls umb und
.bey sich gehabt, inen zu begegnen und dieselben schäden zu
.remediern wider sy außgezogen, in wellihem treffen dann
.sein brueder Malckotsch gefangen worden. So nun diser gestallt
15 und mit sollicher menig vollcks e. Mt. etc. haubt leuth
.auf den boden und gebiedt unsers glückhafftigen khaisers×
.alda schaden unnd übls zuthuen khomen sein, ist dises one mitl
.wider den gemainen friden unnd gueten rueh, und sein dise nit
.dergleichen bößhafftige leuth, mit denen man sich entschuldigen
20 und sagen wolldt, alls waren sy one vorwissen e. Mt. etc.
.granizen vorsteher und haubt leuth schaden zuthuen außgezogen,
.hat mit inen diße mainung gar nit, ob woll sy nun mit gar
.grossen hör die unnsern angesprengt, noh dannoht haben sy
.durh die hüllff gottes iren verdienten lohn und straff gefunden.
25 One mitl ist ermellter Malkotsch auf dem gl gebiedt und poden
.seiner hochait gefanngen worden, derwegen habt ir verlangen
.und begert e. Mt. etc. mit seiner hochait erstreckung unnd
.langwehrung des frids unnd gueten rueh, so lassen euer
.Mt. etc. gedachten Malkotsch one verzug widerumb ledig, brauhen
30 auch e. Mt. etc. gueten vleiß unnd seien anhebig, dieselbigen
.boßhafftigen zuvermahnen und zustraffen, welliche allso
.die conditionen der pacten und des fridens nit gehallten haben.
Translation starts here
[1.1r]7 Most exalted among the great Christian lords, and chosen of the most noble and magnanimous of the Christian law, corrector of all things in the whole Nazarene nation, bestowed with the splendor of glory and honor, lord of the signs of glory and majesty, king of the region of Vienna×, Emperor Rudolf the Other×, whose end be with felicity and all that is good.
8 Having conveyed to your majesty our greetings, which are appropriate and worthy of your imperial majesty, let it be kindly known to your majesty, that in the last few days to this Sublime Porte, which is a source of bliss, of our most blessed and most illustrious emperor, may God Most High preserve him and strengthen his victory, your majesty’s friendly letter has been sent together with the promised tribute, which was delivered by your majesty’s recently incoming embassy and by the distinguished among the Christian lords Joachim von Sinzendorf, and your majesty’s letter has come to us at a good blessed hour and has been agreeable to us, and after reading its friendly content, we have understood the reasons why the promised gifts, which your majesty has sent here for the peace and unity of the subjects of both sides, have been so long delayed and sent here so slowly, namely because of the incessant plundering, raids and damage caused by the victorious Muslim army in your kingdom and territory, which harm your majesty’s subjects, as well as for several other reasons.
9 Moreover, your majesty wishes to remain in good, friendly and complete peace with his highness’s Sublime Porte, which is a nest of bliss, and to maintain peaceful conditions in the future better than before, and has also requested that your majesty’s aforementioned new orator, [1.2r] whom your majesty has appointed to your embassy at the blessed Porte of his imperial highness for the sake of his wisdom, should be accorded all the honor and favor as previously accorded to other orators dispatched by your majesty’s father× and grandfather× and forefathers to the Sublime Porte of his highness, and that his highness and we fully believe your majesty’s said orator in all that he will report to us from your majesty, and that the old orator David Ungnad× be given permission to depart from there and return again to your majesty
10 Everything else that has been reported in your majesty’s letter has also been presented and reported at length to his serene highness, the refuge of the world, and his imperial majesty has also understood it, and so that in future the conditions of security are honored and maintained, as is proper, and the grounds of peace are not violated and nothing is done against them, our brother, the Vizier Mustafa Pasha×, governor of Buda×, and Ferhat Bey×, the administrator of the Bosnian border, have been given firm imperial orders, and moreover they have been seriously admonished and ordered to keep the peace, and orders have also been sent to them to punish those who act against the peace and good tranquility, and I×, in particular, as your majesty’s good friend, have written to them, earnestly exhorting them to peace and forbidding them to act against it. If God Most High wills it, the borders will in future be perfectly protected and guarded, and if on your majesty’s side nothing is done against the peace capitulation, then on our side, too, nothing against peace and good tranquility shall arise or spring up in any way.
11 However, since your captains and officers, who are on the borders, have not been peaceful, but have invaded his imperial highness’s land and territory, and have persecuted and harmed his subjects, ours have done the same on our side, [1.3r] and so on both sides there has been unceasing harm, plundering and ruin of the subjects, and your men are always the source and beginning of all evil, as your majesty’s people who have been captured themselves confess and testify. If your majesty would earnestly command and impose on the border captains and officials to honor and observe the conditions of the peace, as is proper, and to refrain from any harm, then no one on our side would dare to harm your majesty’s part, and the subjects of both parts would undoubtedly live in peace and tranquility.
12 The writings on the grievances now handed over to us by your majesty’s orator have been copied verbatim and sent to the aforementioned Vizier Mustafa Pasha× in Buda× as well as to Ferhat Bey× in Bosnia×, and they have been sternly commanded to keep the peace and forbidden to act against it, God Most High willing. In the future, provided that nothing is done on your majesty’s part contrary to the conditions of peace, the foundation and tranquility of the good peace will also be honored on our side, as is proper, and nothing will be done contrary to it, if only your majesty will remain steadfast and firm in the good, just, sincere friendship and affection, which your majesty has had from time immemorial with the Sublime Porte of our most blessed and most illustrious emperor× – may God Most High preserve him and strengthen his victory – and that your majesty will, with all diligence and care, direct and send the promised gifts, which would not only serve and suffice for the tranquility and peace of the subjects on both sides, but also undoubtedly for the preservation and permanence of the common peace and the confirmation of all friendly goodwill.
13 The aforementioned vizier pasha× of Buda× has also sent a letter to the Sublime Porte of his serene highness, in which he has stated and [1.4r] let us understand that of your majesty’s border captains, the captain of Sárvár, Nádasdy Ferenc, the captain of Pápa×, Matyi Laszló, the captain of Veszprém, Kesti Ferencz, and Bornemissza János, who is now also at Pápa×, but was previously captain of Nagykanizsa×, went out with 2500 archers and horsemen from eight of your majesty castles and came into his highness’s territory to attack and pursue the warriors of Simontornya×, and while they were doing much evil and damage, the bey of Székesfehérvár became aware of this, for which reason he set out to meet them with the warriors he had around and with him at the time and to remedy the damage, during which encounter his brother Malkotch was captured. Now that your majesty’s captains have come to the soil and territory of our happy emperor in this manner and with such a multitude of people to do harm and evil there, this is unequivocally against the general peace and good tranquility, and we do not think that these are such wicked people that one could be excused and say that they went out to do harm without the prior knowledge of your majesty’s border chiefs and captains. Although they have now attacked our men with great force, they have nevertheless found their deserved reward and punishment through the help of God. Without delay the said Malkotch was taken prisoner in the territory and country of his highness. If your Majesty has the desire and wish for the prolongation and permanence of peace and good tranquility, your Majesty shall release the said Malkotch without delay. Your majesty should also use good diligence and be persistent in admonishing and punishing those evil-doers who have not complied with the conditions of the treaties and peace.