- 1.1r -


.Höchstgebreister unnder den grossen cristlihen herrn, unnd erwellter der fürnem-
.isten unnd großmüedtigen des cristlichen gesaz, correctorn oder regierer aller
.ding in der ganzen nazarenischen nation, beckhlaidt mit dem glantz der
.herrligckhait unnd ehren, herr der zeichen des ruembß unnd der hochait,
5 könig der region Wienn, kayser Rudollff der annder, deß ennd sey mit glück-
.seligkheit unnd allem gueten.

Nachdem euer ksl. Mt. etc. unnsere e.
.Mt. etc. kayserlichen person wierdige unnd gezimende grüeß presentiert
.unnd angebotten sein, sey e. Mt. etc. freundtlihen zu wissen, das jüngst
.an die glückhselig unnd weidt berüembte Porten unnsers mächtigen unnd
10 glückhafftigen kaisers, dem Gott sein sig erhalltt unnd sein macht mehre,
.wellihe Porten ain zueflucht der namhafftigen sultanen unnd ain schuz
.der mächtigen königen, e. Mt. etc. freundtlih schreiben gelanngt ist, in
.wellihen e. Mt. etc. zuverstehen geben, das e. Mt. etc. von seiner hocheit zwen
.kayserliche Brief neulih zue khomen, in denen der inhallt, vonwegen bezall-
15 ung ainer schuldt aines cristen von der stat Debriz mit namen Sabo Matty,
.welliher ain lannge zeit her zweien türkischen khaufleuten, Mechmet
.unnd Ferhat genannt, etlich tausent taller schuldig verbliben, dan
.auch von wegen der khrüegß leuth von Erla, wellihe weillend Hassan
.vorgewesten begs zu Fileckh güeter, roß unnd maull thier geblindert
20 haben, begriffen gewest, unnd das e. Mt. etc., alls balld sy eigentlihen
.bericht gedachter schuld habben erlanngt, verordnen wollten, das ehrnenter
.crist zu hannden unnd sein sach ans licht gebracht, besehen, unnd gar zu
.ort abgehanndlet werde, das auch e. Mt. etc. in all andern sachen khain
.nachlessigkheit, sonnder gueten vleiss gebrauhen wollten.

Mer schreiben
25 e. Mt. etc., daß man auf die kaiserlihe, von wegen fridst halttung, auf
.seiner hocheit thaill, hievor, dem vezier Mustaffa Bassa zu Ofen, auch dem
. begler beeg von Temischwar unnd anndern soldatten zugeschickhte ksl. bevelh
.biß her gar durhauß nichts geacht, noch den friden unnd guete rueh gehalltten,
.unnd das die plinderung des gedachten begs von Fileckh güeter nit mit e. - 1.2r -
.Mt. etc. willen unnd zuegeben beschehen sey, sonnder die musulmanischen kriegß
.leüth von Fileckh unnd auß dem selbigen gezirkh haben das vergangen
.jar den flecken bey dem castell Crasnahorka geblindert unnd 30 personen
.von dannen weckh gefüert, auch bey den castell Sackmar ein fürnemmen
5 man mit allem seinem gesindt aufgehebt unnd weckhgefüert, so haben
.sich im monat Augusti zu Fileckh 4 sansiackhbegen mit ierem kriegs
.vollckh versamblt unnd dasselb auf e. Mt. etc. schloß, Sendru genant,
.außgeschickht unnd daselbst bey 64 personen gefangen unnd weckhgefüert.
.Sy haben auch auf e. Mt. etc. grundt bey dem castell Onod ain dorff
10 angefallen, verhört, unnd ain tag zuvor, ehe des Hassan Begs sahen genommen
.worden, sein die kriegst leuth vonn Fileckh über Erla hinauss gezogen,
.unnd haben einen zu ros unnd den andern tag darnach, nachdem sy ein
.possession angriffen, ainen fleischhacker gefangen. Alls nun die von Erla
.auß gezogen, inen nach zujagen, haben sy die nit, so den fleischschackher gefanngen
15 unnd weckh gefüert, sonnder deß beegs von Fileckh leüth angetroffen, mit
.denen sy geschlagen, 9 personen aus inen, sambt andern sachen, rossen unnd
.mauls thiern gefangen unnd weckh gefüert, dasselbig aber alles, so genommen
.worden, ist so vill nit gewesen, alls der beeg von Fileckh fürgeben, dan auf
.denselben iren samben, sey anders nichts alls khuhl geschirr, zellt, etliche
20 khlaider, und andere zur rais gehörige sachen gewest. 70 tukaten in goldt, wie
.man sagt, hab ein paur gefunden unnd sy dem beeg von Hattwan zuege-
.stellt, auß den perüerten 9 personen seien 2 gestorben, die 7 seien noch
.vorhanden, die gegen andern e. Mt. etc. leüthen, so bey unns gefangen ligen,
.auß gewechslet werden sollen. Den wahren aber unnd andern sachen, so
25 bald man sy genommen, sey on allen verzug nahgefragt worden, damit sy
.widerumb zuhannden gebracht, oder aber der werdt darfür gegeben, mit
.vermellden, das e. Mt. etc. das ienig, so man auf e. Mt. etc. thaill solliher
.gestallt überkhomen wurde, dasselbig wider zu geben nit mangelen welle. - 1.3r -


.Dergleichen, unnd waß der frid unnd guete rueh erfordert, soll man nur
.auf seiner ksl. hochait thaill auch thuen, die schäden unnd überttrettungen
.aber, so die musulmanischen soldaten biß her beganngen haben,
.seien one zall, dan annso vill e. Mt. etc schlosser haben sy angefallen und
5 die unnderthannen zu sclaven gemacht unnd nit aufgehört, etlich tausendt
.menschen gefanngen hinweckh zufüern, verschiner zeit auch in wehrenden acht
.järigen friden unnd gueten rueh im landts Ungern das schloß Geder bey Canisa,
.das schloß Seizen unnd in Crabatten das schloß Hiliuna, Mäsin unnd Sokoly,
.und über das noh anndern mehr castell zum thaill abgeprennt unnd zum thaill
10 ein genommen und besessen. Der wezier Mustaffa Bassa zu Ofen hab wider
.die pacta des fridens e. Mt. etc. geschlösser Divin, Keiku, Somoschkui unnd
. Fonod, der beeg auß Bossen Busin, Zasin, unnd Hossiz grad ein genommen,
.und 3 tag die palanka Goßdanzky belegert, unnd der beeg von Siget ,
.hab bey Canisa die palänca Sanct Jacob angefallen, verprennt unnd
15 die leuth in der selben ganzen gegendt zu sclaven gemacht, dann auch
.mit unndergraben haben sy e. Mt. etc. castell Annd abgebrannt unnd
.die, so sy darynnen gefunden, nidergehaut. Von dergleihen straiffen unnd
.verhörungen lassen sy nimer ab, eß sein 3 jar das sy den flecken zu Canisa
.außgeprennt, auch güetter unnd menschen, was sy darynnen gefunden,
20 genommen unnd weckh gefüert, daneben ir 200 auß den Canisianer kriegß
.leuthen, hie auß in ein hallt gebracht unnd derselben ains thaills under-
.gehaut unnd ains thaills lebendig gefangen unnd wellihen auch der teutsch
.haubtman gefangen, auf Constantinopl gefüert unnd in ein thurm gelegt
.worden, alda ehr gestorben sey.

Im nechst verschinen monat Marzio
25 alls das wetter in pulver thurm zu Canisa geschlagen unnd grossen schaden
.gethon, seyen die begen Possega, Fünff Khirhen unnd Muhatsch 3000
.starkh kommen unnd den flecken Canisa angriffen, daran sy nit beniegt
.gewest, sonnder greiffen widerumb mit mehrern volckh das geschloß Canisa - 1.4r -
.auh an, unnd wie sy angefangen ain thurm zu stürmen, seien sy durh das geschuz abge-
.triben worden. Da sy nun daselbst nichts richten khünnen, haben sy etlich
.personen unnd roß, so auf den graß gewest, aufgehebt unnd weckh gefüert,
.an der windischen unnd crabatischen gränizen versamblen sy zu mehr mallen
5 biß in drey oder 4000 man unnd thuen maniherley unnzellihe schädenn
.und übl, alls den berichten sys an die Port, [? noch ihnen] selbst gefallen, unnd
.wie sy selber wellen. Die von Filleck unnd Solnokh haben 5 wolbewohnte
.dörffer verhört, auch alle leuth unnd vieh darauß weckh gefüert, unnd
.die türkischen soldaten, wan sy auf dem streif gefangen wurden, beckhenneten,
10 das sy sollihe schäden mit zuegebung undt vorwissen irer begen thotten.
.Wie dan Niemy Odawassy, ainer auß den Kriegs leuthen von Segeß, so
.gefangen worden, bekhennt unnd gesagt, das der vezier Mustaffa Bassa von
. Ofen den musulmanischen soldaten zuegelassen hab, allso zu ienen sagend,
.ir anndern, wan ier die gelegenhait sehet, so nembt schlösser unnd palanken
15 ain. Mer haben e. Mt. etc. geschriben, das sy noh hievor schon irer potschafft
.bevelh unnd ordnung gegeben, disen handl füer zubringen, die in dan an der
.erhebten Porten woll angebracht und fürgetragen hat. Allso schreiben eur
.Mt. auch, wie man bey e. Mt. etc. die man fon den unnsern fahr wider gebe, allso
.begern auch e. Mt. etc das die leuth unnd vieh unnd güetter, so die beegen
20 Siget, Novigrad, Solnock, auh der beeg auß Bossen gefanngen und genommen haben,
.gleihsfalls wider restituiert, unnd von nun hinfiran allgemainer frid unnd
.guete rueh doch geehrt unnd gehallten, auh die so darwider thuen, ernstlih gest-
. - 1.5r -
.rafft werden.

Mer schreiben e. Mt. etc. das die ienigen ire haubtleuth
.unnd officiellen, so auf e. Mt. etc. seidten wider die pacta des fridenß gehand-
.let, sonnderlih der jung graf von Serin , der haubtman zu Onod , unnd der
. haubtman von Zenng , seyen mit unngnaden abgesetzt worden, allso auch die
5 flecken unnd dörffer, wellihe von der zeit deß sultan Selims Han, die
.göttlich barmherzigkhait unnd erlösung sey ob im, iren tribut unnd
.verehrung auf unnsern thaill zugeben pflegt, sollen denselben nohmallß
.geben, unnd in disem guetter vlleiß gebrauht solle werden, aber die
.musulmanischen soldaten lassen sich an den gewohndlihen [? gebreühigen] tribut
10 nicht geniegen, sondder überziehen mit kriegß rüsstung unnd waffen,
.auch prannt die ienigen dörffer unnd fleckhen, die von allters hehr ainihen
.tribut niemalls geräiht haben, unnd die so den tribut zugeben sih weigern,
.die nemmen sie gefangen unnd füern sy hinweckh, umb welliher ursah willen
.dan in Ungern unnd Crabatten ser vill örtter wüest unnd öd ligen, dan
15 weill sy sih an dem gewohndlihen tribut, den die tributierten unnderthannen
.zuraihen pflegen nit beniegen, sonder innen noh darüber aller ley
.überdrang unnd beschwärung auf laden, so verlassen sy iere dörffer unnd
.ziehen weckh, dardurh dan beiden thaillen schaden unnd abbruh beschiht.

So
.hab im der beeg auß Bossen füergenommen, e. Mt. etc an den fluß Una
20 gelegen örtter zunemmen, die allten innwohner und unnderthannen darauß hin-
.weckh zuthuen unnd dieselben örtter mit frembden unnderthannen, die ehr von
.andern frembden ortten dahin khommen unnd ermelltte dörffer unnd örtter
.bewohnen unnd erbauen lassen wollte, zubesezen, wellihes, weill es wider
.die pacta des frids, unnd do e. Mt. etc soldaten den selben fremben unnter-
25 thannen ainihen uberdruß erzeigeten, so soll man die schuld nit nur e. Mt. etc geben,
.dan die bedranngnussen unnd unzellihen unbillden, die der beeg auß Bossen
.ein zeit her üebt, seyen bey weitem grösser allß wan offner khrieg wär.
.Hierynnen nun soll reht mässigs gebüerlihs einsehen beschehen, damit hinfüro
.nit mehr der gestallt sollihe unnbillickheiten unnd übertrettungen getriben - 1.6r -
.unnd volbracht werden.

Weiter haben e. Mt. etc. geschriben, das etlihe schlösser
.unnd palanken, so vor 3 jarn unnder e. Mt. etc vatters ksl. Maximilianß
.gebiedt gewest, dieselben die musulmanen eingenommen, die sy jetzt innen
.auch sovill tausent sellen zu sclaven gemaht haben, von wellihen e. Mt. etc.
5 verstanden, das man sy zu Ofen unnd Siget verkhaufe, e. Mt. etc aber auf ierer seidten
.niht zue gebe, das man ichtes widerwärtigß wider die freundtschafft thue, unnd do
.sich irgent etwas ungleihß zuetriege, e. Mt. etc. nit unnderliesse, dasselb zu
.remedieren unnd auf zuheben. Unnd allso alles das ienig, so in e. Mt. etc freundlihen
.schreiben ausfüerlih geschriben unnd eingefüert gewest, das ist vor seiner glückhseligen
10 ksl. hocheit fürgebraht unnd erkhlärt, auch von seiner durchleüchtigkheit angehört
.unnd verstanden worden.

Hierauf nun, betreffenndt des
. Hassan Begs von Filekh genommen güeter, wellihe wie e. Mt. etc. sagen, nit mit
.irem wissen unnd zuegeben, sonder weill man ain tag zuvor ain fleisch hacker gefangen,
.unnd die ienigen, so denen, wellihe den fleisch hacker aufgehebt, nahgeyagt, des
15 Hassan Begs leüth angetroffen, und sy allso gefanngen worden, da ist e. Mt. etc nit
.unbewisst, das e. Mt. etc gränitz khriegsleüth albegen, wan sy etwas fürnemben,
.es aindtweder zuvor oder darnah ieren haubtleüthen unnd oberherrn anzeigen
.müessen, unnd do eß dieselben iren haubtleüth nit erlauben, so khünnen sy,
.e. Mt. etc. soldatten, ausser ierer haubtleuth willen nit auß ziehen mit
20 allem dem. So ist khain zweifl, sy werden von dem ienigen, so sy genommen, ain thaill
.iren haubtleüthen geben haben. Was aber die soldatten, die in den umb khraiß
. Fileckh, wellihe sagen e. Mt. etc den fleckhen bey Crasnahorka geblindert, unnd 330
.personen, wie auch bei dem schloß Sackmar ain fiernemmen man gefanngen haben,
.anlangt, da wissen e. Mt. etc, das Sackmar bey 30 meillen wegs von unnsern
25 granizen ligt, wie khonnen dan die tschetten von unnserm thaill, so weidt in daß
.selb e. Mt. etc gebiedt kommen, unnd allda wider die pacta des fridens, schaden - 1.7 -
.unnd über lasst thuen? Dessen sih zuverwundern, unnd sein e. Mt. etc. disfalß
.unrecht bericht worden.

Was die 4 sansiackh beegen antrifft, wellihe, wie
.man sagt, sich zu Filleck versamblt, auf das schlos Sendreu gezogen unnd daselbst
.60 personnen gefanngen haben, dem ist auch nit allso, wie mans e. Mt. etc. fürgebraht,
5 dan es nie geschehen worden, das 4 sansiack begen, on seiner hochait ksl. bevelh, an
.ainem ort sih sollen zusamen gesamblet haben. Verschiner zeit aber, allß Mahmut
.Beg zu Fileck war, unnd etlih auß dem ksl. hör spahy auf iere timar, ier zehent
.einzubringen, gezogen sein, haben sy etlich übl thätter von e. Mt. etc. seidten
.angetroffen unnd mit inen geschlagen unnd die Musulmani sy mit Gottes hilff
10 überwunden, sein allso dieselben bösen leüth, alls ursacher des üblß, zertrennt
.worden, unnd diß hatt sich auf sollihe yezt gemellte weiß verloffen.

Berüerend
.das castell Seizen in der gegendt Canisa, wellihes in zeit des fridens unnd gueten
.rueh eingenomen worden, khombt die ursach unnd ursprung daher, nach dem
.es zuvor mit der ksl. sterkh unnd macht erobert, auch gar zerstört unnd öd
15 gelassen, hernah aber one das khaisers zuegeben unnd wider die ksl. capitl deß
.fridens widerumben auferbaut, hat man nit für billih noch guet geacht, solliheß
.nach zusehen, sonder auß dem musulmanischen eifer unnd inbrünstigkheit
.ist es vollgenndts wider eingenomen worden, unnd das ist die ursach.

Von wegen
.der schlosser Divin, Kekuy unnd Samaschky, die auch eingenomen worden, wisse e. Mt. etc.
20 das voriger gedachter schlosser patron, der verflucht Wälaß Janosch, dem vezier
. Mustafa Bassa zu Ofen ain brief geschickht, unnd darynen derselben schlösser halben
.ime angefüegt unnd gesagt, dise schlösser sein mein aigen, ih will sy euh, wie auch
.mih selbst unnder eurem gehorsamb geben, unnd damit ehr die musulmanischen
.soldaten zufall- unnd umbbrächt, hatt ehr auf sy grueben außgraben, auch
25 halltten schlagen lassen, unnd über disen seinen gebrauhten betrug und arglisst
.hat ehr noh darzue seinen sohn mit vollckh dem verfluechten Beckeß, wölliher
.wider Sibenbürgen gezogen, zu hillf geschickht. Weill nun sein verrätterey zu
.zweyen mallen offen war, sein durch hillf des unbegreifflichen, wahren unnd
.höchsten gottes seine geschlösser von seinen henden genommen worden, unnd
30 darmit ist im gar rechts geschehen. Es sollen aber e. Mt. etc. auch nit zuelassen,
.das man sollihe lisst unnd betrug brauhe, unnd damit anfang unnd ursah
.zu unrath gebe.

Die ursah der eroberung Fonod ist dise, daß vill üblthätter
.von e. Mt. etc. gränizen sih versamblt, und das castell Bolondwar ein - 1.8r -
.zu nemmen willens gewest, unnd wie sy an der selbigen palanka abgeprennt,
.unnd dort sonnst schaden unnd ubls gethan, sein die musulmani dessen
.erynndert worden, unnd alls balld sy hin khomen, gedachte böse, schalckhafftige
.leüth darvon geflohen, die musulmani aber in das castell Bolondwar hinein
5 gezogen, unnd dasselb befesstigt. Hernah, wie das sighaffte musulmanisch
.khriegs hör gelegenhait gefunden, haben sy obernentes castell Fonod ein-
.genomen, unnd dis ist die ursach gewesen.

Was Canisa belanngt, da euer
.Mt. anzeigen, der beg von Possega unnd der von Fünfkhirhen unnd Muhatsch
.hetten sih mit ainander verainigt, wären bey 3000 starckh auf Canisa gezogen
10 unnd den fleckhen angefallen, das ist auh nit sovill alls davuon gesagt wierdt, dan
.nit müglih, das ain sollih hör der Musulmanen, on den khayserlihen bevelh,
.sih allso zusamen samlen khünne, so ist der beeg von Bossega , noch der von
. Fünffkhirhen, noh Mohätsch nit, sonnder allain der Ally Beg vom Siget dahin auf
. Canischa gerückht, unnd das ist von e. Mt. etc thaill unnd vonn iren graniz haubt-
15 leüthen unnd obristen verursacht worden, dan des Sirini sohn, alls ehr mit etlihen
.andern gräniz heübtern versamblt gewest, sein sy mit etlihen, mit hey, unnd
.stro unnd vor geladenen wägen auf die vesten Bersenza, dieselb abzubrennen,
.gezogen, unnd weill sy sollihes thuen wellen, ist dessen gemelltter Ally Beeg
.erynndert, hat sy angeschprengt unnd mit ierem aigenn stro unnd [? gerörach],
20 so sy mit gefüert, hatt ehr den fleckhen zu Canisa angezindt, unnd sich allso
.gerohen.

Niemallß ist etwas an ursah beschehen, e. Mt. etc gränizen sein in zeit
.des fridenß unnd sicherheit in das sansiacat Sarrsua khomen unnd haben der
.gueten rueh unnd befridunng zuwider die castell Graniza unnd Mekurizki
.ein genomen, zerstört unnd das vollckh darynn zu sclaven gemaht, die caste - 1.9r - -
.llani aber derselbigen heüser sein gezundt hie an unnser glückhseligen Porten.
.Das kriegsfollckh zu roß von Erla haben die soldaten auß der, unnder das
.sansiacat Segedin gehörigen palanka, Sant Kirall genannt, hinauß auf
.ain halltt gefüert, unnd den Beschly Aga selb zwelffter gefangen. Item in disem
5 jar haben die unglaubigen von Erla die ienigen, so auf dem graß gewest,
.überfallen wellen, sein aber darüber geschlagen worden, unnd diß jar auch
.sein umb Ofen unnd Pesst herumb mehr alls 2000 schof und biß in 7 oder
.800 haubt oxen auf Rab, Comory und Tottes gefüert worden. Es gehet khain wohen
.hin, das man nit ain holz hauer fecht, ist dan das alles nit wider die pacta
10 des frids den e. Mt. etc. mit unnseren mächtigen khaiser haben?

Im beschlus,
.wie oben nacheinander erzellt, so last man auf e. Mt. etc. granizen niht nach
.unnd hört nit auf, schaden, muetwillen unnd übertrettungen in dem ksl. gebiet
.zu thuen. Das khriegs vollckh, da eß von diser auf iene seiten gezogen, ainih
.geschloß eingenommen, flleckhen abprennt, leuth gefangen unnd sonnst unbilld
15 unnd ubertrettungen geyebt, so hat man doch in khainen weg von diser seiten
.erstlih darzue angefangen, sonnder der ursprung unnd anfang aller diser händl
.sein die soldaten an e. Mt. etc. granizen gewesen. Allweill dieselben nit
.refreniert, werden die soldaten von disem thaill auch nit mit rueh bleiben,
.noch ablassen, schaden und uberdruß zuverbrinngen. All zeit wen was beschicht
20 unnd offenwar wirt, so sein dessen e. Mt. etc. leüth am ersten ursach, dann
.den begler begen unnd sansiackh begen an den gränizen, sonnderlih aber
.unserm brueder, dem wezier Mustaffa Bassa zu Ofen, sein so offt khaiserlihe
.ernstliche bevelh zuegeschickht unnd sy khrefftigkhlih vermahnt unnd innen
.auferlegt worden, damit man wider den frid unnd guete rueh, auh die pacta unnd
25 sicherhait auf e. Mt. etc gebiedt nit molestiern, verhindern, vill weniger
.ainihe übertrettung hiniber thuen solle. Dieselben seiner hohait diener
.auch verhüeten, damit nichts fürlauffe, so dem khayserlihen gebott zu wider seie,
.unnd hallten all zeit die conditionen der pacten des fridens, weill aber
.e. Mt. etc. gränizen nit versehen, bewahren, noh e refrenieren, sonder iere - 1.10r -
.leuth on unnderlaß schaden unnd muetwillen in seiner hocheit gebiet
.begehen lassen. So dan das Musulmanisch eiferig kriegs hör will auch
.erstlich umb ieres glaubens willen, darnah auß irer uberflüssigen, in
.irer natur fundierten dapferkhait unnd grossen manheit ir sterck unnd
5 khrefften gebrauchen unnd ueben. Derwegen wan immer e. Mt. etc. granizen,
.wie eß die billickheit erfordert, reht versehen und im zaumb gehaltten, so würde
.auh von von disem thaill nihts fürgehen, so zu verwirung der fridens-
.pacten gedeyhen möchten.

Es werden auch yezo widerumben seiner hocheit
.gräniz dienstleüthen scharffe ksl. bevelh zuegeschickt unnd sy zu voll-
10 ziehung derselben ernstlih vermahnt unnd gewahrnet, unnd der geehrte
.under den hern des cristlihen gesaz, David Ungnad, welliher nun ain lange zeit
.hehr an diser erhebten Porten in dem ambt ainer potschafft residiert, der ain person
.recht mässiger ratschläg, scharffer nachgedenkhen unnd deren sachen, die ehr gesehen,
.unnd deren hanndlungen, so ehr erforn, woll gegrindt ist, hatt so woll wie
15 ain gesanter, alls ordinarius orator, seinen ambt, wellihes ambt bey den
.potentaten wierdig unnd ansehlih ist, mit gentzliher vollckhomener neuerung
.genueg gethan, sih auch in allen andern sahen, so zu euer ksl. Mt. thaills woll-
.fart, gueter ordnung unnd gubernierung derselben gebiets, auch erhalltung unnd
.verwahrung der unntherthanen gehören, firsichtig unnd weißlich verhallten,
20 unnd hierzue all sein khrefften, vleiß unnd sorgfelltigkheit angewennt, das
.dann offenwar ist unnd am tag ist. So ist nun vonnötten, wen e. Mt. etc.
.unnser freundlih schreiben zu hannden gelanngt, das in den sahen e. Mt. etc.
.gränizen bettreffendt hinfiro mehrer vlleiss gebraucht, auch der noturfft
.nah diß vestigklih den irigen auferlegt, eingebunden unnd, wie sih es aignet,
25 gemeiner bestättigt friden, guete rueh unnd siherhait gehallten, geehrt unnd
.khain widerwärtigkheit erwissen werde, unnd do e. Mt. etc. dorob sein, das
.die irigen die conditionen der pacten des fridens allzeit hallten, nahdem
.willen des höchsten Gottes, soll auch von unnsers glückhseligen kaisers - 1.11r -
.thaill nichts fridts widerwärtiges erzaigt, sonnder in halltunng des fridens
.und gueten rueh unnd siherhäit,khain zeit nicht verabsaumbt werden.


.Ain presennt, so man noh im vergangnen jar hieher hatt lifern sollen, ist
.zu seiner ordenlihen zeit nit geschickht, sonnder inngehallten worden.
5 So wissen aber e. Mt. etc das in der ksl. frids capitulation, die hievor eur
.Mt. auf dero ersuchen unnd begern der glückhselige kaiser, zueflucht der
.welldt, zuegeschickht hatt, e. Mt. etc. geschriben unnd ercklärt worden,
.das man die verehrung nit auf hallten, sonnder vort schickhen solln, das
.ist aber bißher nit beschehen. Was ist nun der ursprung unnd ursah, das
10 sy ausgebliben? Oder villeicht wellen e. Mt. etc. bede presenten mit
.einander schickhen? Da e. Mt. etc. in der mit der maiestet unnsers kaisers
.habenden compromission khrefftig unnd beständig verrharren, das fund-
.ament des fridts unnd gueten rueh, der ksl. e. Mt. etc. schon zuckhomb-
.nen capitulation gemäß, halltten und den confirmierten friden unnd guete
15 rueh ehren, auch ainiher der pacten verwierung nit zuesehen, noch noch
.nachhengen wellen unnd verlanngen haben, das e. Mt. etc. unnderthanen unnd
.innwohner in rueh unnd stille, auh e. Mt. etc. landt unnd gebiedt in
.frid unnd siherhait bleiben, so lassen sy ir presennt nit lenger
.verziehen, noh aufhallten, also auch das presennt, das zuvor in seiner
20 rehten zeit nit herain khomen, sonder auß bliben, aufs beldist zu
.sammen rihten, wollihes present, wans e. Mt. etc. an die glückhselige
.und berüembte Portten seiner hochait, bey ainem verständigen
.abgesannten herainn ordnen, umb sovill mehr wierdt sich die lautter
.freundtschafft unnd rechtschaffen guet willigkhaitt erzeigen. Man
25 soll auch in beckhrefftigung unnd stabilirung des frids unnd gueten
.rueh allen sonndern vlleis unnd sorgfelltigkhait gebrauhen unnd
.für wenden.