[1r]

1 Nach erbiettung aller
5 ehren und freundtlikeit, ist das der ynhalt dieses brieffs, das vor deme der
. woiwoda× szo yn der Moldau× gewesen, welcher woiwoda dem befelh unseres
.groszmechtigsten herren× zu wider gehandlet und deme nitt noch kummen, wan
.man dene schon befolhen und auff erlegt, dorzu treulich geratten hett darwider
.nitt zu handlen, hatt es doch nichts helffen wollen, dan er hatt dy untersassen
10 so unter seine gepott gewest zum hohesten beschwert, und dy beschwerung von
.tag zu tag gemehret, darzu dy befelchs leuthe, szo ym landt von alders her
.gewesen, dy selben hott er yres ambts entsezt, und ausz dem landt veriagt. [? Er-
.kegen] hatt er andere geringere an yer stadt gesezt, darzu hatt er auch dy szo
.yer dienste gehabt und verricht, hyer und wider veriagt und vertrieben, etliche
15 auch dorunter umb bringen lossen. Dero halber seindt etliche unter ynen verur-
.sacht worden, ynen bey unserem groszmechtigsten herren× zu verklagen. Wy nun dy
.yre klage fürgebracht, dorauff ist yme ein ernstlicher befelch zugeschickt
.worden, das er der verfolgung und tyrannei abstehen solte, weil er aber deme
.nitt nochkummen, des tyrannisiren nitt noch lossen noch abstehen wellen,
20 dero halben ist er von dem woiwoden ambt entsezt, auff eine zaitt lang
.und her wider ist solch woiwoden ambt, der alten woiwoden× kinder einem
.welcher an unserer groszmechtigsten Porten eine zeitt langk gedient
.und vleissig und treulich auff gewartet hatt, mitt namen Jouan
Woiwoda×
, das ambt verlehent und von unser großmechtikeit do
25 hyn zu einem woiwoden ein gesezt worden ist. Wan er sich aber [1v]
.noch unsers groszmechtigsten herren× hohesten hoff brauch verhaltten, wy sich dan
.seine vorfahren verhalten haben, were er hernochmols wider zu grossen und hohesten
.ehren befurdert worden.

2 Dy weil er dan an unsere groszmechtigsten herren× Porten
.zu kummen ein abscheu gehabt hott und yns landt zu Polen× gezogen ist, szo hott
5 sich der kunig von Polen × undernummen und ist seinet halben ym werch gewest
.und yntercediert hott, domitt dem moldauer seine verschuldung noch gelossen
.werde, von wegen aber der vereinigung und der freundtschafft, szo von alders
.zwischen unseres groszmechtigsthen herren× und dem kunig× gewest ist, ist auff
.des kunigs× bitte bewilligt worden, dem moldauer× dy verschuldung noch zu
10 lossen. Dorauff ist unser hohester brieff do hyn ubersendet worden, das
.man ynen an unsere groszmechtigste Portten ubersenden wolte, und yme auch
.ein sicher geledt zugesagt und geschriben worden. Yn der zeitt ist der kunig×
.mitt tode abgangen. Dy weil sich aber die sache alszo verenderet, ist der
.obgedachte Moldauer× aus dem selben landt entwichen, und wy er yns landt
15 Erdel× ankummen und ynen des woiwoden× leuthe antroffen, und den yn yre hende
.bekummen, zu solcher zeitt hott der hauptman von Sackmar des moldauischen
.woiwoden handlung erfahren, ist er auff gewest und hott denen aus yren
.henden genummen und alszo mitt yme wegk gezochen. Dy weil aber des Mol-
dauers×
vorfaren unsers groszmechtigsten herren× hohesten Portten getreu und auff-
20 richtigk gewest und gedient haben, er aber unsers groszmechtigsten herren×
.Portten verlossen und dorvon geflohen, szo doch seine verschuldung auch zur
.nochlossung gerecht gewesen were, er aber durch seinen unverstandt nitt
.erkennen wellen und alszo ausz furcht und schrecken sich von einem landt zum
.anderen begeben musz. Wer nun seiner nochteil und schaden nitt erkennen wil
25 dem gehet es also.

3 Szo ist es auch an deme das do eurer abgesandter und [2r]
und botschaffter
vor deme an unseres groszmechtigsten herren× Portten kummen sein
.den fride freundtschafft und einikeitt zu bestattigen, welches auch yn den ver-
.einigung brieff ein geschriben und verzeichnet worden ist, das wen es sich zu traegt,
.das von dieser auff euere seitten, von euerer seitten auff diese seitten yemandt sich begibt
5 oder abfiele, das man solche von kheiner seitten befurderen noch annemmen solte. Dy
.weil dan solche condicion wol beratschlagt, dorauff ist solchs yn der verlub-
.nusz brieff ein gezeichnet und verschriben worden, vor deme szo hett auch
.der hauptman von Keschth× und andere des gleichen herren angelangt und
.bittlichen angehalten an dy reicheste Portten sich yn derselben dienste zu begeben
10 wy nun yr abgesandter mitt yren brieffe alher abgefertigt worden, ist
.ynen kheine bewilligung zu gelassen noch geschehen, und des obgenanten
. hauptmans abgesandter szo alher kummen, in verdacht genummen worden ist
.das er nitt richtigk sey, der halben er hingerichtet und umbkummen ist.
.Darumb ist des der euch liebet willen und meinung allerzeitt, domitt dy
15 armen und underthanen zu ruhe und friede bleiben möchten, und auch auff
.das, das wider dy angelobte vereinigung und freundtschaff etwas zu
.wider nitt fürgenummen noch gehandtlet würde, dero halben ich vleissige
.auff merckung und acht habe, und solchs soll euerer hoheitt glaublich
.und kundt sein. Wen nun euerer hoheitt und liebe unser brieff zu kumbt
20 dorumb das dy gelubnusz vereinigung und freundtschafft, szo hier zwischen
.auff gericht, yn kheinem wegk dorwider gehandlet werde, szo soll doran
.euere liebe keinen zweiffel haben, szo wollet der halben auch der mainung
.sein und der verainigung noch verhalten und wollet den selben Moldauer×,
.szo auff euere seitten kummen, wy man kan und mag und wy es [? gesinkhen]
25 an dy groszmechtigste Portten alher ubersenden wollet, daran man dy [2v]
.liebe und freundtschafft spüeren kan und wollet deme alszo noch kunnen.

4
.Euere bottschafft, szo an der groszmechtigen Portte ist, hott fürbrocht, wy
.das dem tatarischen chan× ein befelchs brieff zu geschrieben worden wert, das er
.balde auff den früeling mit hundert und fierzigk taussent Tataren auff sein
5 solte, wo das geschehe werde es der vereinigung und freundtschafft nit gemesz sein
.noch gehandelt werden, sunder der wider sein, solchs hot er fürbrocht und ant-
.wort begeret. Der halben soll auch also kundt sein, darumb das der befelchs brieff
.dohyn geschickt worden, ist das dy ursache, dy weil der kunigk ausz Polen × gestorben
.welcher mit unsers groszmechtigsten herren× hohesten Portten yn vereinigung und
10 freundtschafft gestanden, dorauff haben desselben lands herren yren abgesandten
.alher abgefertigt, angelanget man wolde wegen der alden vereinigung dem lande
.kheinen schaden zu füegen lossen. Auff solche condicion und mainung ist dem
. tatarischen chan× und den walachischen× und moldauischen woiwoden×, ein ernst
.licher befelch zu geschickt worden, das sy wegen der alten vereinigung und freundt-
15 schafft bey leibe dem landt zu Polen× keinen schaden zu füegen noch thun sollen,
.dy land leuthe und underthanen zu ruhe und fride lossen sollen. Solchs ist
.ynen ernstlichen befollen worden, ab Gott wil oder bey Gott, soll denen szo mit
.unsers groszmechtigsten herren× glückseligsten Portten vereinigt gutter will und
.freundtschafft erzeigt werden, auch dorzu kheine widerwertikeit geschehen noch
20 widerfahren.

5 Euer bottschafft× szo alhier ist eine zeitt schwach und kranck ge-
.west, ist aber mit yme etwas besser worden, helt sich erbar und auffrecht
.und ist ein frohmer redlicher man, hiemit reichtumb, glück und heil sey oder
.bleib bey euch allzeit bestendigk.

Geschrieben yn ersten tagen das heiligen monats
.Ramazan ym neunhundert und achzigsten jor das ist den fierden, fünfften oder sechsten
25 Januarii desz 73. jors
.yn der loblichen stadt
. Constantanie.×

6 [3r]
. 1573. 5 Jännner
.Des Mehmedt Paschen× brieff
.heltt ynne alle dy wortte,
.wy yns türkischen ymperators×
5 brieffe geschrieben ist,
.wer wegen
.des molda-
.uischen woi-
.woden
10 alleine hott
.der pascha weß mehr von Tataren
.und unsers genedisten herren der ksl.
.Mt. bottschafft halben geschrieben.